Quer argumentiert

Budapest – Parlament

Nicht mehr zu deuten weiß ich der Winde Stand,
Denn bald von dorther wälzt sich die Wog‘ heran,
   Und bald von dort, und wir inmitten
  Treiben dahin, wie das Schiff uns fortreißt
(Alkaios 630 – 580 v. Chr.)
 

Eine schöne Metapher, die Alkaios im ägyptischen
Exil schrieb, nachdem er sich mit der Obrigkeit
seiner Heimat Lesbos angelegt hatte.
 
Zweifelsohne fühlt der Mensch unserer Zeit
die gleiche Verunsicherung, wenn er
mutig über die global vernetzte Politik
nachdenkt.
 
Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), Genfer Schriftsteller
und Philosoph formulierte weniger poetisch:
 
Nichts ist gefährlicher als der Einfluß der Privatinteressen
auf die öffentlichen Angelegenheiten; und der Mißbrauch
der Gesetze von Seiten der Regierung ist ein geringeres Übel
als die Verderbtheit des Gesetzgebers, welche die
unausbleibliche Folge einer Berücksichtigung
der Privatabsichten ist.
 
 Wolfgang (WoKo) Kownatka (*1938), ein Aphoristiker
meint milde gestimmt dazu:
 
Unsere Politik krankt derzeit nicht an fehlenden
Worten, sondern an einem Mangel
zukunftsorientierter Entscheidungen
und entsprechendem Handeln.
 
Und dann kommt Frau Süssmuth (CDU) daher und
referiert:
 
Politik ähnelt der Arbeit in der Familie:
Es wird viel erwartet, wenig anerkannt
und das meiste bleibt unsichtbar.
 
Think positive!, sagt Henry Schaffner (*1949),
ein Kleinunternehmer, und
 
Lieber ein wahrhaftiger, demokratischer Sozialist,
als ein mangelhafter, sozialistischer Demokrat.
 
In toto Kurt Tucholsky (Freitod 1935):
 
Entspanne dich.
Laß das Steuer los.
Trudele durch die Welt.
Sie ist so schön: gib dich ihr hin,
und sie wird sich dir geben.