Der Mensch als Objekt – ein Klischée

Da ist ein junger Mensch, der sich Übles geleistet hat.
Man schaut sich die Randbedingungen an und
stellt fest:
 
Der Vater ist nicht präsent, die Mutter ist also
allein erziehend und für die Finanzen voll
verantwortlich; sie hat einen Fulltime-Job.
 
Ihr Kind ist also tagsüber an 5 Tagen
pro Woche zunächst sich selbst überlassen,
und zunehmend in einem nicht
wahrgenommenen Prozess der Strasse.
 
In einer dörflichen Gemeinschaft, wo jeder
jeden kennt, ist das Risiko einer Fehlentwicklung
bei Heranwachsenden überschaubar.
Es wirkt eine Hemmschwelle.
 
In einer Großstadt entfällt diese Beschränkung.
Es wirken die Gesetze der Strasse direkt und
in vollem Umfang. Es können Rauschmittel
oder die Kriminalität das Handeln junger
Menschen dominieren und ihre Zukunft
bestimmen.
 
Verläuft die Karriere derart negativ,
so wird die Erziehungsberechtigte verzweifelt
fragen, was sie falsch gemacht hat.
 
Die richtige Antwort: NICHTS !
Versagt hat das Gesellschaftssystem, das
Alleinerziehende zwecks Broterwerb an
einen Job bindet, statt an das Wertvolle,
ihre Kinder.
 

3 Antworten auf “Der Mensch als Objekt – ein Klischée”

  1. Sehe ich ganz und gar nicht so.
    Der Vortrag in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (youtube): „Die Sehnsucht nach dem perfekten Schüler“ von Dr Michael Winterhoff (Kinderpsychiater) erklärt ausgezeichnet (mit einer Prise von Ironie), dass Kinder und Jugendliche in ihrer emotionalen und sozialen Reifung gestört sind und zwar bevor sie zur Schule kommen. Kurzum, wenn die Eltern Bedürftig sind und Defizite haben, dann entwickelt sich auch der Bonsai nicht richtig. Die gesellschaftl. Veränderungen seit den 90ern wirken als Verstärker.

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    1. Es ist mir bewusst, dass ich nur die halbe Wahrheit beschrieben habe. Es ist die positive Hälfte.
      Für die üble zweite Hälfte hatte – und habe ich derzeit – keinen Bock. Ich müsste meine eigene frühe Kindheit beschreiben.
      Und dies mit den Folgewirkungen auf mein Erwachsenendasein.

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