Glück

Wir erleben Glück auf verschiedene Weise.
Da ist der glückliche Zufall, und da ist das
sorgenfreie Leben, das wir nicht als Glück
wahrnehmen. Da ist die Liebe, und anderes
mehr. Und da ist die dunkle Seite des Lebens.
Nur dort kann das Glück als solches erstrahlen.
 
Diese dunkle Seite erstreckt sich über jenen
Teil unserer Welt, den wir tatsächlich
wahrnehmen. Dort bauen wir unsere Inseln,
die Inseln der „Glückseligen“, ein Terrain,
das es zu verbessern und zu verteidigen gilt.
 
Die Kommunikation und die Interaktion
mit der dunklen Seite ist immer sehr
auf den eigenen Nutzen ausgerichtet,
und mit anderen Inseln am liebsten bei
deutlicher Kompatibilität.
 
Unsere Inseln treiben nicht ziellos auf
einem dunklen Ozean, Wir verfügen über
Antriebe, die wir Emotionen nennen.
Die stärkste Maschine ist der Egoismus,
jener Urtrieb, der jede Zelle unseres
Körpers zu beherrschen scheint, und den wir
nur mühsam zu zügeln vermögen.
 
J. M. Simmel widersprach mir mit seinem
Roman „Niemand ist eine Insel“. Er hat
nicht zu Ende gedacht und gefühlt.
Jeder ist eine Insel, und jeder wird unbewusst
den Zusammenschluss zu Verbänden, etwa
als Familienverband suchen, Freunde an
Bord holen,  und was sonst auch immer,
um seinem Glück Substanz zu geben.
 
Die Inseln sind immateriell und werden als
solche nicht wahrgenommen, bzw. erst dann,
wenn Grenzkonflikte entstanden sind.
Drängen sie in das Bewusstsein, entwickelt
sich also ein Insel-Denken, so hat man
Konfliktpotential gezeugt und Risiken geboren.
 
Wollen wir verbessern? Ja!
Können wir verbessern? Nein!
Die menschliche Natur bleibt brutal egoistisch,
gleich, wie gut diese Schwäche verdrängt wird,
und weil man sie als Stärke empfindet.
Somit bleibt alles, wie es ist, wie es sich in
Jahrtausenden entwickelt hat, und weil
es von allem Schlechten das Beste ist.