Tod

Ich habe es wirklich nicht gewusst, dennoch ist
es wahr. Man kann tot sein, oder – etwas
attraktiver – ein bißchen tot. Auch ein bißchen viel,
aber nicht ganz tot.
Die Feststellung, dass die Mehrheit der Deutschen sich
just in letzterem Zustand befindet, ist wirklich
nicht prickelnd. Es ist der politische Status des
Wohlstandsbürgers, der heute mit Mutti ins
Bett geht und ein Kind zeugt, aber nicht 18 Jahre
darüber weiterdenken mag, wie sein Nachkomme sich
in der realen Welt behaupten muss.
 
Es werden intellektuelle Krüppel gezüchtet.
 
Oooooh, Vorsicht! Nicht die Eltern versündigen sich.
Dieser Tadel kommt dem politischen System zu,
das den Materialismus predigt und den Sozialismus
per sozialer Marktwirtschaft als Schwindeletikett
den Bürgern verkauft.
 
Und die Bürger?
Ich habe versucht, Texte in meinem Blog zu bringen,
die schon beinahe eklig empfunden werden müßten.
Es interessiert keine Sau.
Ich werde noch nicht mal beschimpft.
Das ist mehr als enttäuschend.
Ich nenne das ein bißchen viel, aber nicht ganz tot.
 
Warum schreibe ich weiter?
Es gibt zwei Gründe.
Erstens ist es ein Mittel zur Bekämpfung
der Langeweile.
Zweitens ist’s ein Mittel gegen den Brain fog.
 
Verteile ich hier Schulnoten?
Sieht so aus. Ich entschuldige mich dafür.
Steht mir wirklich nicht zu.
 
Bemerkst Du, wie hinterhältig ich bin?

2 Antworten auf “Tod”

  1. Hat dies auf The Red Box rebloggt und kommentierte:
    …ich verstehe deinen Frust.
    Der Rückzug ins Private ist gefährlich, denn er gibt den Populisten Raum.
    Gedichte, Rezepte, Lifestyle, Gesundheit & Wellness, Fluchten in die touristische Ferne… all das wirkt womöglich wie ein Tranquilizer & Pain killer.
    Aber ohne Empörung, gibt es eben auch kein Engagement.

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