Eine Begegnung der seltsamen Art

Gestern hatte man in Hamburg das Vergnügen
eines  Sonnentags – nun gut, es  war ein Sonntag!
Ich hatte das Fenster meines Büros geöffnet
und litt tapfer unter Frischluft.
Während ich vor mich hin döste und anfing,
hinter meinem Aktenmief herzujammern,
stellte sich Besuch ein. Eine reichlich
verwegene Wespe zeigte sich interessiert
an meinem Körpergeruch und/oder an einem
angebissenen Apfel der Marke ELSTAR.
 
Nun, für Aussenstehende ist diese
Begebenheit nicht gerade sensationell.
Für mich schon.
Vor 12 Monaten hätte ich den Gast getötet.
Heuer aber, nachdem ich meinen Garten
als tot erklären musste, war das geflügelte und
so wehrhafte Wesen seltsam willkommen.
Die Bestie beschnüffelte mich ausgiebig,
kam wohl zu dem Ergebnis,
ich sei ungeniessbar, und verschwand.
 
Ich rief ihr hinterher, es sei mir eine Freude
gewesen, sie zu treffen. Und das war
ehrlich gemeint.
Vielleicht steht sie für einen Restart
in meiner grünen Wildnis.