Ein Schwachmatikus erzählt

Wieder einmal befallen mich Zweifel und
lähmen mich in meinem Denken und
Handeln. Ich sitze verzweifelt, oder
sagt man eingezweifelt? Ich sitze also
grübelnd unentschieden vor meinem
Keyboard (heute ist Sonntag, an Werktagen
nenne ich das Gerät eine Tastatur); ich sitze
also an Besagtem und quäle mich mit
Grundlegendem, quasi mit einer, der
humanen Existenz entliehenen Frage:
„Soll ich mir jetzt einen Kaffee kochen, und
falls nein, was geschieht dann mit meinem
Rosinenbrot?“
Ich lebe allein, aber irgendwer muss mir
antworten.
 
Nachtrag: Ich habe unter Missachtung aller
ökonomischen Risiken  eine Kanne Kaffee
maschinell hergestellt. Diese Maschine hat
unentwegt gestöhnt und geröchelt, und
ein schwarz-braunes Ejakulat abgesondert.
Mein Rosinenbrot erwies sich als ein
hinterhältiges Produkt. Eingespeichelt
änderte es seine Konsistenz und wurde
im Mund wieder zum Teig, den man
erneut aufbacken müsste. Aber die Not
macht bekanntlich erfinderisch.
Ich habe mich technisch weiterentwickelt:
Abbeissen, nicht kauen sondern schlucken,
und mit Kaffee nachspülen.
Der weitere, internistische Prozessverlauf
ist automatisiert, und ich reagiere nur
auf akustische Störmeldungen.

7 Antworten auf “Ein Schwachmatikus erzählt”

      1. Oder Du machst „Arme Ritter“ Rosinenbrot in einer Mischung aus Ei, Milch und Vanillezucker einweichen und in einer heißen Pfanne mit Butter ausbacken…et voilà!

        Gefällt mir

      2. Ich bin knapp 80 und verstehe nicht alles, was ich lese.
        Ich soll also eine Pfanne in heisser Butter ausbacken.
        Ein armer Ritter werde ich, indem ich mich in Ei, Milch und Vanille einweiche.
        Trage ich die ausgebackene Pfanne dann auf dem Kopf, oder vor dem Bauch?
        Und gibt das „et voilà“ auch beim ALDI?

        Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.