Kind sein heute

Neulich habe ich die „Schüler-Woche“ eines
14-jährigen Jungen „durchkalkuliert“.
Es stehen 168  Stunden pro Woche zur Verfügung.
Der fixe Zeitaufwand inkl. Sport liegt bei 145 Stunden.
Als „freie Stunden“ bleiben 23, und diese werden
verbraucht für „Abhängen“ mit Internet, Musik, Games etc.
 
„Früher war er sooo ein liebes Kind!“
Ja, das war er. Aber wann und warum ist er
das heute nicht mehr?
Zunächst wird ein Kind durch die Familie geprägt.
Danach übernehmen Schule und die Strasse
diese wichtige Funktion. In der Familie
macht nun jeder sein Ding. Der Nachwuchs
ist ja nun alt genug und muss selbständig
werden. Leider ist in dieser Lebensphase
die Sozialisation noch längst nicht abgeschlossen.
So wird der Familiensinn als Schwachpunkt
in das Unterbewusstsein verdrängt,
und man unterwirft sich dem Gesetz der Strasse.
Dessen schärfste Waffe ist der bedingungslose
Egoismus. Junge Menschen mutieren zu Kotzbrocken.
Und man muss froh sein, wenn sie sich nicht
bewaffnet auf den Kriegspfad begeben, weil sie
an der Wirklichkeit verzweifeln.
 
Diese böse Entwicklung gleicht dem Roulette.
Man verspielt gedankenlos die
gedeihliche Zukunft der eigenen Kinder.
Aber Geld heilt alle Wunden. Das muss reichen.

2 Antworten auf “Kind sein heute”

  1. ich denke nicht, dass die Kids lediglich auf der Strasse verzogen werden. Die grössere Verantwortung liegt bei den Schulen & Unis, wo gnadenloser Wettbewerb herrscht – schon zu meiner Zeit.

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