Asozialität?

Asozial – dieses Adjektiv benutze ich zu meinem
Erschrecken häufig, um meinen Frust über
Misstände in unserer Gesellschaft abzureagieren.
Grund genug, darüber nachzudenken.
 
Was ist gemeint?
Asozialität ist eine als abwertend
gemeinte Zuordnung für Verhaltensweisen,
die die Gesellschaft tatsächlich schädigen.
 
Eine Beleidigung?
Nein, eine Wertung wie „billig“ oder „teuer“.
Asoziales Handeln ist immer nachweisbar.
Man kann Kritik kunstvoll umschreiben, oder
ein solches wertendes Adjektiv verwenden.
 
Ist ein Langzeitarbeitsloser asozial, weil er
durch die Gemeinschaft unterstützt werden muss?
Vorsicht!
Das kommt darauf an:
Ist er stinkfaul, dann lasse ich die Abwertung gelten.
Ist er aber 55 oder älter und findet keinen Job,
dann ist das Wirtschaftssystem asozial bzw.
jene Person, die ihn aus seinem Job entlassen hat.
Oder:
2 Mio. Arbeitslose und 8 Mio. Arme – eine Regierung,
die sich solche Zahlen leistet, ist asozial.
 
Ich denke, ich sollte weiterhin das Kind
beim Namen nennen.