Nach oben, nach oben!

Wer hoch hinaus möchte, also zum Gipfel strebt,
der sollte für ein zweites Leben sorgen.
Dann kann sich das erste auf den Weg nach oben
machen, während das zweite als Backup
an einem sicheren Ort verweilt.
 
Alle Wege zum Gipfel sind gefährlich,
und wer abstürzt, fällt tief.
 
Auf dem Gipfel ist man allein,
schutzlos,
ohne Spielräume,
in eisigem Klima.
Die Persönlichkeit des Gipfelstürmers
stirbt einen einsamen Tod,
und es bleibt ein Zombie.
Zurück gekehrt, wird das Backup diese Hülle
beseitigen und die Zukunft übernehmen.
 
(Zu kryptisch? Bitte sehr:
Zu Hause ein liebevoller Familienmensch,
und im Job als bösartige Wildsau
im Top-Management?)

Im Strom der Zeit

Ich liebe es,
das Licht des Tages,
wie es mir die Buntheit des Lebens
und die Farben der Welt
nahebringt und mir flüsternd mitteilt,
hier sei ich zu Hause.
 
Ich mag auch die Abenddämmerung,
wie sie das zweite Leben des Menschen,
jenes in der Dunkelheit ankündigt,
und zur Einstimmung
meine Welt geheimnisvoll
erscheinen lässt.
 
Und ich liebe die Nacht,
die uns das andere Leben lehrt,
da sie uns dazu zwingt,
uns selbst zu wahrzunehmen,
indem sie die Welt da draussen
mit ihrer Dunkelheit verbirgt.
 
Ich liebe auch die Morgendämmerung,
sie schenkt mir den Blick
auf meine zur Ruhe gekommene Welt,
und bereitet mich sanft
auf die Betriebsamkeit des Tages vor.
 

Ein Blick aus dem Fenster

Tja, ich blicke aus dem Fenster, und meine Nachbarn
blicken besorgt zurück. Das geschieht allerdings nicht
meinetwegen. Vielmehr bin ich in Ungnade gefalllen.
Mein Garten konveniert überhaupt nicht.
Er ist nicht, wie alle anderen Gärten ringsum, so
gestaltet, dass man ihn deutsch-gepflegt nennen dürfte.
Nein, er hat über 2/3 seiner Fläche seit zwei Jahren
keinen Rasenmäher zu spüren bekommen.
Was immer an Kraut wächst, ist willkommen.
Es wird nicht gedüngt, es wird kein Gift gespritzt,
es herrscht die Natur nach ihren Gesetzen.
 
Der Erfolg des gärtnerischen Dolce farniente:
Nein, es hat sich noch keine Rotte Wildschweine gezeigt.
Kein Grosswild, kein Niederwild, nicht mal
ein verlauster Igel zeigt sich in meiner Wildnis,
wohl aber sind die Insekten zurückgekehrt.
Es ist wieder Leben eingekehrt, dort draussen,
und nun warten wir, die Familie,
auf die Vögel, und auf Blumen.
 
Und wir, mit unserer kleinen Insel in der Wüste
aus Stein, Asphalt und Sportplatzrasen
sind stolz auf das Erreichte, und wir warten gespannt
darauf, was der Natur als nächstes einfällt,
um das angebotene Biotop sinnvoll zu nutzen.

Immer wieder das Ego!

Ist es nicht so, dass wir dazu neigen, Dingen und Ereignisse
nach unseren eigenen Vorstellungen zu bewerten?
Wir bestimmen dabei, was wir als belanglos oder als
wichtig erachten, nicht wahr?
Nein, das ist nicht zu kritisieren. So zu handeln ist
ohne Zweifel in jeder Beziehung gerechtfertigt.
 
Nicht hinnehmbar ist allerdings, wenn Werturteile
anderer nicht wahrgenommen, oder unbedacht negiert werden.
Andere Menschen haben in der Regel ein eigenes Wertesystem,
das ihren Bedürfnissen und Erfahrungen entspricht,
und mit dem unseren nicht vergleichbar sein muss.
Ein Dissens sollte keine Konflikte hervorrufen, sondern
nur Vergleich und Toleranz.
 
Es kann geschehen, dass uns etwas trivial erscheint,
und einem anderen dieses „Etwas“ wichtig ist.
Uns ist es gleichgültig, aber den anderen macht es
glücklich.
 
Dies nicht zu erkennen, oder zu ignorieren ist ein
schlimmer Fehler, und mit Ablehnung zu reagieren
ist unmenschlich.
Man denke daran, dass man mit positiven Handlungen
Kinder sehr glücklich machen , und mit
negativem Handeln eine Kinderseele zerstören kann.
 
Denke nicht nur über Deine eigene Befindlichkeit nach,
sondern auch darüber, was Dein Tun in anderen
Menschen auslösen kann.
Auch die Rücksicht ist Menschenpflicht.

Endspiel Fussball – DFB-Pokal

Soeben hat dieser Kick begonnen.
Ich weiss nicht, in welcher Stadt gespielt wird.
Das ist mir auch gleichgültig.
 
Weniger gleichgültig ist mir das zelebrierte
Ritual. Es hat mich in fataler Weise an die Rituale
zu den Reichsparteitagen des Hitler-Regimes
auf dem Nürnberger Märzfeld erinnert.
Allerdings fehlte das Hakenkreuz völlig.
An seiner Stelle hatte man einen gelben Topf
auf die Fahnen gemalt.
 
Nun sitze ich hier und frage mich,
welches kranke Hirn diese Zeremonie
geboren hat.
Anscheinend haben die DFB-Oberen jede
Scham verloren und feiern sich unverfroren selbst
auf Faschisten-Art.
Und vornedran steht ein einfältig grinsender
Bundespräsident und hat den Schuss
nicht gehört.
Der alte Risch bedankt sich artig für diese
Vorstellung, und schaltet seinen TV aus.
 
Vor mir steht eine Buddel guten Rioja’s,
und ich lasse mir das Vergnügen daran nicht nehmen.
Dies schon garnicht von alten Männern,
die immer noch im Vorgestern zu leben scheinen.
 
SNAFU, wie der Ami sagt.
Situation normal; all fucked up!
Hauptsache, die Fahnen wehen!
 

Alléz, les rouges!

Nun schau Dir diesen  Schönling an!
Wenige Zentimeter gross, seine Potenz
eindrucksvoll demonstrierend,
erwartet er  n i c h t   seine Gefährtin,
sondern einen Gegner!
Ein leuchtendes Exemplar
der Gattung „Kampffische“.