Zum Grossen Spiel

Quelle: businessinsider.de

Einen Tropfen Glück möchte ich haben,
oder ein Fass Verstand,
 
meinte Menander, einer der grossen griechischen Dichter (342 bis 291 v. Chr.).
 
Für das Glück haben wir uns  „Ersatzwährungen“ geschaffen, wie Prestige, Geld usw.
 
Es sind nicht Glück und Unglück, die des Menschen Leben bestimmen, sondern das Alltägliche. Es oszilliert in flachen Kurven um die Null-Linie. Dort, in dieser schmalen Zone liegt sein Spielraum zum Handeln.
 
Der Handlungsrahmen ist  ständig anzupassen. Seine Ränder bilden eine Grenze zwischen Klugheit und Narretei.
 
Nichts, und niemand züchtet an dem Menschen herum – ausgenommen jene Kraft, die wir mit Evolution bezeichnen, oder mit den Lehren Charles Darwins umschreiben.
 
Der Mensch ist ein Produkt der Natur. Mag sein, er dominiert die Entwicklung des Planeten Erde in einer kurzen Phase. Aber unabänderlich bleibt er den strengen Naturgesetzen unterworfen. Und deren wichtigste Fortpflanzungsregel lautet:
 
Alles Recht den Starken!
 
Dies schliesst den brutalstmöglichen Egoismus ein.
Schlichte Gemüter glauben, daran kranke die Welt.
Realisten dagegen erkennen: Solange die rücksichtslose Verdrängung vorherrscht, ist die Welt gesund. Sie ist stark, und sie hat fast eine Ewigkeit für
Erneuerungen, sollten sie erforderlich werden.
 
Es ist ein überaus faszinierendes Spiel, in dem der Mensch zu seinem Schutz Werte und Normen entwickelt, um sie beliebig zur Durchsetzung seiner egoistischen Ziele einzusetzen und einzufordern.
 
Beispiel: Der moderne Global player. Er ist nur ein Narr. Seine vorherrschenden Wesensmerkmale sind
Egomanie und Selbstüberschätzung. Er spielt Monopoly in der Realwelt.
 
Der Mensch braucht keine Konzerne und  Kartelle.
Der Narr braucht sie zur Selbstbefriedigung.
 
Und der Mensch neigt zur Kurzsichtigkeit. Darum erkennt er nicht, dass es nur einen einzigen Global player gibt, der über allem steht und eisern seine eigenen Regeln befolgt. Darum blühen in meinem Garten die Tulpen, während anderswo Menschen sterben.
 
Der Mensch ist nicht böse. Er ist Spielfigur, und er wird nach Regeln eingesetzt, die er nicht verstehen kann, oder die er ablehnt. Er entwickelt deshalb das Bewusstsein, mitzuspielen – ein  schützender Selbstbetrug. Aber er muss auch seiner genetischen Veranlagung Folge leisten, ob er nun will oder nicht.Es ist ein Leben auf einem Minenfeld. Es kostet Mut und Kraft, die Minen zu beseitigen, indem man die Zielkonflikte auflöst.

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