Die Norm – ein etruskisches Erbe

Wir vermischen uns mit allem, was hier herumläuft und attraktiv aussieht. Sprachlich, genetisch, kulturell – jeder kann machen, was er will, und jeder kann kochen, was er kann, man nennt die Dinge nach eigenem Gusto, sollen die anderen sich anstrengen, um MultiKulti zu verstehen, jene Sprachentwicklung, in der sich Deutsch, Türkisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch vermischen, die Melange mit Comic- und Prolo-Slang gewürzt ist, und zu guter Letzt um Computer- und SMS-Sprüche sinnig ergänzt wird. Normal ist das nicht. Oder ich bin nicht normal.
 
Ich vermute allerdings, ich bin normal, nur anders. Moment. Anders normal …. als normal Normale.
 
Menschen können ja so unerquicklich sein. Allzuviele Zeitgenossen haben – wie man das bei Green Peace ausdrückt – soviel Charme und Charisma wie das hintere Ende eines ungenehmigten Abflussrohrs. Man möchte böswillig unterstellen, sie seien nicht normal, sondern normacid.
Der Magensaft sollte normacid sein, damit er ein Eisbein auch dann zersetzt, wenn einer den Knochen mitgegessen hat, nicht wahr? Es kann nämlich nicht jeder ein Gewölle hervorwürgen, nur weil er vergessen hat, das Huhn zu rupfen, bevor er daraus ein Ragout zubereitet. Soweit der Sinn des Normaciden.
 
Das Auf-ein-normales-Mass-zurückführen nennt man normalisieren. Im allgemeinen kann man so jede Form der Kindererziehung nennen. Strittig ist allerdings noch immer, ob man die Prügelstrafe als kraftvolles Normalisieren bezeichnen darf.  Willst Du nicht ein Normaler sein, dann schlag ich mit dem Rohrstock drein! Insbesondere entfacht das anzunehmende Ungleichgewicht der Kräfte immer wieder neue Diskussionen. Extrem-Normalisierer vertreten dabei den Standpunkt: Das ist mein Kind, und ich kann damit machen, was ich will!
 
Von der etruskischen Kultur ist nicht allzu viel zurückgeblieben, aber der Begriff Norm gehört zur Hinterlassenschaft dieser Kultur, selbst wenn die Griechen und später die Römer beim Hinterlassen die Finger im Spiel hatten. Seitdem ist dieser Wortstamm prächtig gediehen und hat sogar eine Norma Jeane Mortensen hervorgebracht, die wir als Marylin Monroe erlebt haben.
 
Normal sein ist ein kollektivistischer Wert, undefinierbar und kein Normalmass für Menschen, sondern subjektive Beurteilung von Wahrnehmung. Der Mensch ist ein Idividuum, ein Unikat, mit nichts als sich selbst zu vergleichen.