Pietät?

Friedwald Sophienhöhe, Springe (Deister)

Ja, ich spüre Dein Unbehagen fast körperlich. Pietätloses Gesülze, denkst Du. So darf man nicht mit dem Thema Tod umgehen.

Falsch. Ich schon.
 
Pietät meint unter anderem die Ehrfurcht, die Achtung gegenüber Toten.
So mein Fremdwörterbuch.


Die Leiche bedankt sich etwa?
Ich verstehe nichts.
So mein Verstand.
 
Der Tagesspiegel (5.10.1999):
KRIEG DER BESTATTER:
Es gibt zu wenige Leichen. Das Geschäft läuft schlecht. Die Branchenriesen ( ….. des Bestattungsgewerbes …. ) ziehen alle Register – in Berlin ist der Markt besonders hart.
 
Das Internet (1.4.2002):
Seitenlang Pietät Meier, Müller, Schulze, mal mit OHG, mal mit GmbH, mal mit dem Zusatz KGaA, und alle mit der Aufforderung:
Hast Du Leichen – rüberreichen.
Und im O-Ton: Provision!
 
Polnische Verhältnisse: Arzt tötet Patient und verkauft Leiche an Pietät Krasnicki
 
Pietät erfordert die Bestattung auf Gemeinde- oder kirchlichen Friedhöfen – damit die nicht schliessen müssen.

Das verstehe ich nun wieder.
 
Dem Heimgegangenen ist Ehrfurcht entgegenzubringen. Ob ihm daran liegt, im Tode die Achtung erhalten, die man ihm im Leben versagt hat?

Wagt so ein Theater ja nicht über meiner Leiche!
 
Reicht es nicht aus, einfach die Trauer der Lebenden zu achten?

  1. Ja, genau. Ich denke, bei Beerdigungen – gleich welches Ritual – geht es doch eher um die Bedürfnisse der Hinterbliebenen. Denn diese müssen ja mit dem Verlust irgendwie weiterleben.

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