Lass uns mal innehalten!

Wenn was geschieht, bei dem nichts passiert, etwa beim Spiel der deutschen Fussball-Nationalmannschaft gegen die Färöer fällt mir stets ein Sechszeiler von Marie von Eber-Eschenbach ein. Der geht so:
 
Ein kleines Lied
 
Ein kleines Lied, wie geht’s nur an,
dass man so lieb es haben kann.
Was liegt darin: Erzähle!
 
Es liegt darin ein wenig Klang,
ein wenig Wohllaut und Gesang –
und eine ganze Seele!
 
 
Na komm schon, lies nochmal!

Es ist die ganze Seele, die es mir angetan hat. Seelenlose Politik, seelenloser Fussball, seelenlose Musik, statt dessen Taktik, Klischees, Mechanisierung, Automaten, Geldverdienen – sind wir eine Gesellschaft von Zombies geworden? Tut es nicht weh, einen seelenlosen Tag gelebt, ohne gelacht oder geweint zu haben? Oder tut es weh, und wir sind gegen diesen Schmerz unempfindlich geworden und spüren nicht mehr, wie wir kaputt gehen?