Über die Dummheit

Hundert Meter Landstrasse

Robert Musil, ein österreichischer Schriftsteller formulierte zu diesem Thema ein Paradoxon:
 
„Jeder, der über Dummheit spricht, setzt voraus, klug zu sein, obwohl genau diese Anmaßung als Zeichen für Dummheit gilt.“
 
Das gilt auch für jeden, der über Dummheit nachdenkt.
Nun sagt Herr Musil, dumm sei, wer sich klug nennt.
Man ist geneigt, dem zuzustimmen.
Was aber, wenn jene Person wirklich klug ist?
Ok, Arroganz ist bekanntlich die Schwester der Dummheit.
 
Dummheit ist ein Mangel an Intelligenz. Basta.
 
Basta? Nein, so nicht!
Nehmen wir als Beispiel einen Regenwurm.
Wir stellen fest, er sei kein Mensch.
Warum messen wir seine Intelligenz dann mit dem Masstab des  Menschen?
Der Regenwurm ist nicht dumm. Er besitzt jene Intelligenz, die er für sein Leben benötigt. Oder gibt es dazu Zweifel?
Der Wurm würde nie das Rad erfinden – wozu auch? Er braucht keine Räder.
Ist er nun dumm? Man weiss es nicht, aber man darf unterstellen, er sei unwissend. Und das hat mit Dummheit nun garnichts zu tun.
 
These: Intelligent ist, wer sein Leben meistert.
Das trifft auch auf dumme Menschen zu. Wie das?
 
Schaut man auf die Intelligenz, so kann man feststellen, dass ein Mensch mit politischer Intelligenz gesegnet ist, und zugleich soziale Intelligenz fehlt.
Die Ausprägung der Intelligenz ist also der Schlüssel zu Schein-Widersprüchen im Bereich der Dummheit.
 
Für mich gilt: Urteile mit Bedacht!

2 Antworten auf “Über die Dummheit”

  1. Genau. Emotionale Intelligenz, praktische Intelligenz, soziale Intelligenz…etc.
    Ist dann nur derjenige intelligent, der in Summe gut abschneidet?
    Und wer/wie bestimmt man , was in diesen Kategorien Intelligenz ausmacht?
    Und warum sollte man sich überhaupt diese Mühe machen zu definieren und zu kategorisieren?
    Und genau da sind wir wieder bei Musil…Prädikate und Wertungen dienender Ab- bzw. Ausgrenzung anderer. Macht das Sinn? Oder ist ein solches Unterfangen einfach nur dumm?

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    1. Ich denke, ich habe verbindlich festgelegt, dass nicht die Summe zur Wert „intelligent“ führt, sondern der Einzelwert. Ich bitte sehr darum, meine Entscheidung nicht mehr anzugreifen.
      Machen Wertungen Sinn? Eine Geschmacksfrage? Oder eher sitationsabhängig? Macht es Sinn, ein komplexes Problem gemeinsam mit Dummköpfen lösen zu wollen? Schaue in die Politik! Und wenn mein Klo verstopft ist, brauche ich kein Mathe-Genie.

      Ich denke, dass nachlässiger Umgang mit der Sprache Unrecht schaffen kann. Darüber hinaus ist nichts dramatisch.

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