Klischéedenken

Neulich musste ich eine angestrengte
Diskussion über die Schweiz erdulden.
Der Proponent: Ich kann die Schweiz
nicht ausstehen. Und ich, der Opponent:
Ich mag die Schweiz, auch wenn ich
sie mir nicht leisten kann.
Dann kam: Ja, die UBS, die Banditen
von Nestlé!
Und ich: Ja, die Deutsche Bank, und
die Banditen von VW!
 
Ich kann derart niveauloses Geschwätz
nicht vertragen. Nenne es geistigen Durchfall.
Warum? Wer schlicht denkt, neigt zu
Verallgemeinerungen in der Annahme, dass
das Niveau reicht, und dass man damit bequem
diskutieren könne. Richtig ist, dass man
es sich damit bequem machen kann.
Falsch ist, dass das Niveau akzeptabel sei.
Erlaubt ist, böse Schweizer hart zu
kritisieren. Saudumm ist, über die
böse Schweiz herzuziehen, denn
es gibt sie garnicht.
 
Besagter Proponent isst keinen Käse.
Ergo mag er auch kein Käsefondue.
Und wer kein Käsefondue mag,
ist mir eh suspekt. Merkst Du was?
Schweiz – Käse, schon wieder ein Klischée!
Auch ich bin nicht geimpft gegen
diese Krankheit, das Klischée-Syndrom.

Käse-Fondue – saugut!