Nachgedacht 3

Hast Du schon mal über das Substantiv „Gegenwart“ nachgedacht? In Wikipedia wird definiert:

Gegenwart ist eine Bezeichnung für ein nicht genau bestimmtes Zeitintervall  zwischen vergangener Zeit (Vergangenheit) und kommender, künftiger Zeit (Zukunft). Als Synonyme dafür werden auch die Begriffe heute und jetzt verwendet. Unbestimmter Zeitintervall – damit entkommt man einer semantischen Falle. Wunderbar!

Die Logik setzt dagegen eine Konstante, mag sein die Sekunde, und stellt fest: Ist die Sekunde vorbei, so ist sie Vergangenheit, und es läuft die „Gegenwart-Sekunde“. Die nächst folgende ist Zukunft.

Dieselbe Sichtweise gilt für Milli-,Mikro-, Femto- und Attosekunden, unvorstellbar kleine Zeiteinheiten, die man in der Theorie weiter teilen kann bis zur Nicht-Existenz.

Deshalb wird Gegenwart auch mit Zeitlosigkeit definiert. Die Gegenwart ist Fiktion. Es existieren nur Vergangenheit und Zukunft, deren Ausdehnungen gleichfalls nicht quantitativ bestimmt werden können. Logisch, nicht wahr?

Nachgedacht 2

Die Zeit zerfliesst
wie Schnee in der Sonne.
Das Muss bestimmt den Tag,
das Kann bricht die Struktur des Muss
und das Darf erhellt.

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Time is melting away
like Snow in the Sun.
The Have to determines the Days,
the Can breaks up the Concept of the Have to
and the May brightens up.

Nachgedacht 1

Die Zeit verrinnt. Die Tage scheinen uniform. Der Alltag lastet auf uns wie flüssiges Blei. Wir spüren die Sinnkrise, sie lauert vor der Tür.  Aber wir widerstehen der Versuchung, zu öffnen. Zur Ordnung gerufen bedenken wir: Das Negative wird besonders hoch gewichtet, und das Positive wird unterbewertet, als Selbstverständlichkeit  hingenommen wie die Kartoffel auf dem Teller.

Unbestreitbar sind es die angenehmen Petitessen, die unseren Alltag aufwerten, die jede Minute das Tags lebenswert erscheinen lassen.

Die Alltagspflichten bringen Struktur in das Bild eines Tags, und alles andere, ob positiv oder negativ bringt die Farbkomposition. Allerdings muss man seine Bilder auch als solche wahrnehmen, und so oft wie möglich lieben.

Über Faulheit

Pieter Breughel der Ältere

Die Arbeit ist etwas Unnatürliches.
Die Faulheit allein ist göttlich.
 
(Anatole France (1844 – 1924),
französischer Erzähler)

Elegant und geschmeidig, diese französische Art
beim Umgang mit fragwürdigen Themen!
Ganz anders in deutschem Duktus:
 

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen,
warum ein so großer Teil der Menschen,
gerne zeitlebens unmündig bleiben;
und warum es andern so leicht wird,
sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.
Es ist so bequem, unmüdig zu sein.
 
(Immanuel Kant (1724 – 1804),
deutscher Philosoph)

Um der sprachlichen Dissonanz zu
entkommen, flüchtet man gerne
in die Ironie oder in bemühten
Humor:
 

An dem Tag, als Faulheit und Intelligenz
zusammentrafen,
wurde das Rad erfunden.
 
(© Roland Rinnau (*1962), Redakteur und Hobbykoch)
 

So glättet man die Wogen der
sprachlichen Andersartigkeit
mit einem Mittel, das jeder
zur Verfügung hat:
Das Lachen.

That’s life

Heute morgen hat er einen Blick
auf seine Badezimmer-Waage riskiert.
Das Ergebnis war vernichtend.
Er erzählte nicht, was die Waage angezeigt hat.
Nur so viel:
Sein Schatten wiegt bereits 7,5 kg.

Bedenke in der Not …..

….. bisweilen kommen da starke Hände,

die dich halten und behutsam führen,

deren sanfter Druck dir Trost schenkt

und die nicht scheuen die Nässe deiner Tränen…

(frei nach Peter E. Schumacher, Publizist)

.. sometimes there are strong hands, who hold you and lead you gently, whose gentle pressure gives you comfort and do not shy away from the wetness of your tears …

Sarkasmus im Garten Gottes.

Letzte Woche, es war vermutlich am Donnerstag, habe ich den Ohlsdorfer Friedhof  in Hamburg aufgesucht.
Es ist der größte seiner Art in Deutschland. Dort sind meine Eltern begraben, und ihre Adresse lautet WF56.
Ohne Ortskenntnisse war ich gezwungen, nach der Lage des Grabs zu fragen.
Einer der Gärtner kam wie gerufen die Mittelallee entlang, und ich fragte nach WF56.
Der Mann blickte mich kurz an, wandte sich dann ab und sagte leise, aber vernehmlich:
„Erst gräbt er sich selbst aus, und dann findet er nicht mehr heim!“

Nachgedacht 30

Ich habe in meinem Leben schon
unzählige Katastrophen durchlebt –
die wenigsten davon sind eingetreten.
Meinte Mark Twain.
 
Es sind die unerwarteten
Katastrophen, die heftig schmerzen.
 
Was macht solches Leben mit
dem Menschen?
Mit Glück lernt er den Umgang
mit dem Negativen.
Und siehe da: So manche gefühlte
Katastrophe kann nicht als solche
dramatisiert werden. Wichtig ist nur
der Aufwand zur Bearbeitung
der Folgen eines Ereignisses,
nicht das negative Ereignis selbst.
Der Rest ist oftmals Theaterdonner.

„Grosse Diplomatie“

Putin und Trump trafen sich zu einem
Geheimtreffen auf dem Airport von
Storikroppur / Island und versuchen,
die Machtverhältnisse im Sonnensystem
zu klären.
 
Putin trumpft auf:
„Wir sind doch die einzigen,
die eine Versorgung der
Raumstation ISS sicherstellen
können!“
 
Trump kontert:
„Wir werden in 2020 auf der Sonne
landen!“
 
Putin:
„Hmmm. Schön. Dort herrschen
5500° C!“
 
Trump:
„Wir werden nachts landen!“
 
(Prof. Dr. Harald Lesch)