Missbrauch von „Heimat“

Nun gibt es auch in der BR Deutschland einen Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.
Wer erzählt mir, was es mit Heimat auf sich hat? Einer plausible Erklärung dazu:
Das Gehirn speichert Erfahrungen vielfach in Paketform ab. Man nennt das Paket ein Engramm. Die Summe aller Engramme nennt man Gedächtnis. Sachlich zusammengehörende Engramme bilden einen Cluster. „Heimat“ ist ein solcher Cluster.
 
Was ergibt sich aus dieser Betrachtung? Heimat ist eine individuelle Empfindung wie Religiosität, und geht den Staat nichts an. Ein Heimatminister ist folglich entbehrlich, es sei denn, man baut sich nach dem US-Vorbild eine Homeland Security Department, also eine neue Schnüfflertruppe. Oder: Wenn es ihn nun doch gibt, den Heimatminister, so müsste sein Einfluss auf die Bürger rigide nationalistisch geartet sein, und das wäre wiederum ein anderer Cluster. Es wäre der Job eines Propagandaministers. Dann wird dem Bürger blinder Nationalismus abverlangt. Eine mehr als fragwürdige Sache.
 
Allzeit gilt die Regel: „Wo Fahnen wehen, ist für Verstand und Vernunft kein Platz.“