Bon soir, tristesse!

Wieder so eine Abend.
 Fragmente irren durch meine Gedankenwelt.
 Finden keinen Platz zum Festmachen.
 Ich schliesse die Augen.
 Reduziere die Impulse von ausserhalb.
 Eine Wohltat. Für den Moment.
 Aber ein blinder Abend ist nicht sehr attraktiv.
 
Ich schalte die Aussenwelt wieder zu.
 Spüre, wie die Betriebstemperatur steigt.
 Mein Kopf verlangt dringend Kühlung.
 Manches wirkt, also plündere ich den Kühlschrank.
 Und mit jedem Schluck kühle ich ab.
 Aus der Gedankenflut wird ein Rinnsal.
 
Das Heute weicht zurück.
 Schafft Platz für anderes.
 Und Gedankenkontrolle gewinnt an Boden.
 Plötzlich ist sie wieder da,
 die Erinnerung an meine Begegnung mit dem Tod.
 Glasklare Bilder scheinen real, und foltern.
 Meine Seele bäumt sich auf.
 
Das Jetzt  gewinnt seinen Platz zurück.
 Gedanken kreisen erneut, aber anders als zuvor.
 Sie haben an Gewicht gewonnen.
 Sinken ab und bleiben liegen.
 Ich bin nun müde.
 Schlafe, und  Träume herrschen über mich.
 Danach: Ich finde meinen Weg zurück in die Spur.