Das Ende vom Lied – ein Lied vom Ende

Festgebacken auf der Erde
liegt die Gurke, voller Sand.
Heute muss Salat sie werden!
Frisch, das Messer nimm zur Hand!

Wenig später liegt´die Grüne
auf dem Tisch, dass man sie quäle.
Die Hausfrau tritt nun auf die Bühne,
und kommandiert: Voran! Nun schäle!

Der Küchenknecht gehorcht gequält
und Streif´um Streif´verliert sie Pelle
die arme Gurke! Liegt entseelt,
gehobelt in Minutenschnelle.

Gescheibelt fehlt ihr nun die Kraft,
sie hat sich aufgegeben.
Und trostlos rinnt der Gurkensaft.
Zu Ende ist ihr Gartenleben.

Die Zwiebel ist nicht besser dran
gewürfelt muss sie sein!
Das Auge tränt, es flucht der Mann –
er schneidet trotzdem fein.

Der Dill hat längst kapituliert,
hängt schlapp im Wasserglas.
Die Hausfrau kommt und kontrolliert,
bemängelt dies und das.

Die ist zu dick, das ist zu grob!
Sooo macht man das korrekt!
Ergeht sich dann in Eigenlob –
nur Frauen sind perfekt!

Darum zerkleinert sie den Dill
von eigner Hand, und meckert.
Der Küchenknecht verzieht sich still,
grad nicht mit Ruhm bekleckert.

Die Schüssel nimmt das Ganze auf,
rasch durchgemischt muss sein.
Dann noch die Marinade drauf
und in den Kühlschrank rein.

Die Gurke landet auf dem Tisch
nach kurzem Permafrost,
liegt schliesslich neben totem Fisch
und trocknem Riesling – Prost!

Kartoffeln sind nun rasch gepellt.
Am Tische sitzen Schurken.
Böses regiert die Gartenwelt:
Nur tote sind auch gute Gurken!

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