Glückliches, trauriges Neuseeland

Jacinda Ardern hat momentan einen der
härtesten Jobs der Welt: Die Premierministerin
Neuseelands führt ihr Land mit 38 Jahren
durch seine finsterste Zeit – und ist dabei
nahbar und doch stark. „Das ist einer der
dunkelsten Tage Neuseelands.“ Es war kurz
nach den Anschlägen, als Ardern die
passenden Worte fand, die lange
nachhallen werden.
 
    „Viele der Betroffenen sind Einwanderer,
sie sind vielleicht Flüchtlinge, sie wollten
Neuseeland zu ihrer Heimat machen
und es ist ihre Heimat. Sie sind wir.
Und die Person, die diese Gewalt gegen
uns angewandt hat, ist es nicht.“
 
Als sie ohne großen Presserummel nach
Christchurch flog und zu einem
Flüchtlingszentrum ging, den Kopf mit einem
schwarzen Schal bedeckt – das habe ihnen
viel bedeutet, sagen Muslime.
Die per Smartphone aufgenommenen Bilder
aus dem Flüchtlingszentrum zeigen eine Frau,
die still und betroffen da sitzt, die leidet
und Mitleid zeigt, die zuhört und versucht,
Trost zu spenden. Die Menschen umarmt
und ihnen Worte sagt, die nicht für die
Öffentlichkeit bestimmt sind.

Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Könnten wir mal tauschen, für 2 Jahre?