Bubbles


Sind wir etwa schon wieder in einen Wahlkampf verstrickt?
Böse Zungen reden von  Wahlversprechen als „Seifenblasen“, die zur rechten Zeit platzen und nur ein wenig Seifiges hinterlassen.
 
Ich meine, Seifenblasen haben eine solche Herabwürdigung einfach nicht verdient. Sie sind in ihrer Vergänglichkeit einfach schön, bereiten Kindern mit ihren Flugkünsten Freude und bieten dem aufmerksamen Beobachter Momente  mit Alltagspoesie.
 
Erwartest Du solche Qualität etwa von der Politik?

12 Antworten auf “Bubbles”

  1. Politik ist nach meinem Verständnis u.a. die Kunst, widerstreitende Interessen, die es zwischen Menschen und in allen Staaten und Gesellschaften immer und überall gibt, zu moderieren.
    Dazu gehört auch der Versuch, es allen oder wenigstens den meisten recht zu machen, oder mindestens den Eindruck (die Illusion ?) zu erwecken — um härtere Auseinandersetzungen um die Macht, um die Vormacht, zu vermeiden, Gewalt zu sublimieren.
    Eines der Ziele ist Freiheit, jenes Ideal, das sich aus Vernunft selbst trägt.
    Es gibt Länder, in denen dies recht gut gelingt, und Länder, die daran täglich scheitern.
    Wer meint, es besser zu können, darf sich in der Politik hauptberuflich oder ehrenamtlich engagieren.

    Eckhardt Kiwitt, Freising

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    1. Persönlich: Sauber getextet und verständlich formuliert – und eine Plattitüde. Die idealisierte Sicht auf das politische Geschehen hat mich so um 1962 dazu bewegt, politisch tätig zu werden. Und dieselben Ideale haben mich wieder aus der Politik getrieben.
      Sachlich: Die Bewegung „Politically incorrect“ zeichnet sich durch Ignoranz und unsägliche Polemik aus. In meinem Denken hat das keinen Platz. Dabei sehe ich durchaus, dass die Islamisten, wo immer sie sitzen, mit ihren Mitteln dem US-Vorbild für imperialistische Politik und daraus abgeleitetes menschenrechts-/völkerrechtlich relevantem Handeln in übler, um nicht zu sagen krimineller Weise nachzueifern versuchen.
      Beide Lager sind eine ernste Gefahr für den Weltfrieden.

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      1. Dass ich eine idealisierte Vorstellung von Politik formuliert habe, bestreite ich nicht, es geht vielleicht sogar aus meinem Text hervor.

        Was „Politically incorrect“ (könnte sich in „Politically incompetent“ oder in „Psychologically incompetent“ umbenennen) sowie die in mehreren Bereichen dysfunktionale Semi-Demokratie USA und deren Widerparte betrifft (u.a. den IS), stimme ich mit Dir überein.

        Eckhardt Kiwitt, Freising

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    1. Jetzt bin ich wirklich amüsiert. Meine Antwort könnte ein Buch füllen. Pauschalieren missfällt mir. Vielleicht so: Politik wird von Menschen gemacht. Dazu sagte Helmut Qualtinger: „Der Meeensch is a Sau!“ Konrad Lorenz hat das Gleiche salonfähig formuliert. Siehe mein Beitrag „Wermut-Konzentrat“.
      Politiker mit erkennbarer Qualifikation wurden bisher umgebracht. Siehe Lumumba, Allende, Olof Palme. Die herrschende Klasse, diese Machteliten haben die Welt zu einem Saustall gemacht. Ich bin knapp 80 Jahre alt und über die Zeit zum Pessimisten degeneriert.
      Mittel und Massnahmen zur Qualitätssicherung? Jeder Versuch muss scheitern an der Dummheit und der Ignoranz der Bürger. Deshalb halten sich die vielen grossen und kleinen Trumps an der Macht. Dort können sie ihren Narzissmus austoben.

      Jede Massnahme zur Besserung unseres Gesellschaftssystems muss utopisch genannt werden. Beispiel „politische Bildung in der Schule“ – scheitert. Das System möchte keine politisch gebildeten Mehrheiten. So weit kommt das noch. dass die Wippe, besetzt von Bürgern und Kapital, plötzlich waagerecht stehen bleibt!
      Aber ich erzähle Dir, was ich tun würde, wäre ich an den Hebeln der Macht.
      Ich brauche 2 Projektgruppen und einen Moderator, die einen Weg für die Problemlösung suchen. Gruppe 1 mit 5 Hochqualifizierte, interdisziplinär, nicht älter als 27 Jahre, hochbezahlt suchen und beschreiben ein Modell.
      Gruppe 2 wie Gruppe 1, aber Praktiker, nicht jünger als 55.
      Moderator – von der Klasse einers Herrn Drewermann.
      Gruppe 1 = Proponent
      Gruppe 2 = Opponent, wird erst tätig, wenn Gruppe 1 geliefert hat.
      Der Moderator bestimmt die Regeln für die anstehenden Auseinandersetzungen, schmeisst Leute raus, die sich nicht an die Ordnung halten, und hat für jeden Teilnehmer ein Backup in petto.
      Wenn denen nix mehr einfällt, will ich ein praktikables Konzept sehen. Maximale Transparenz wäre nötig, damit Ergebnisse nicht in den Tiefen eines Schreibtischs verschwinden, wie das so üblich ist.

      Und nun? Unversehens bin ich bereits mit dem ersten Schritt in einer Fiktion gestrandet. Tut mir leid.
      Roland Risch

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      1. Nun, pessimistisch sehe ich diese unsere Gesellschaft nicht (liegt nicht nur daran, weil ich erst etwas über 62 bin).

        Sicher gibt es die großen und die kleinen Trumps — in den USA, in der Türkei und anderswo, ein paar kleine Ausrutscher derzeit auch in Europa — das lässt mich aber nicht verzweifeln, weil gesellschaftliche Entwicklungen stets in (manchmal kürzeren, manchmal längeren) Wellenbewegungen verlaufen, mal zum Schlechteren, dann wieder zum Besseren.

        Hierzulande — damit meine ich Europa — kann sich jeder, der das will, umfassend aus vielerlei Quellen informieren und sich daraus sein ganz eigenes Weltbild zusammensetzen — und sich darüber mit anderen offen und öffentlich austauschen. In Diktaturen, Despotien und Tyranneien sowie in manchen der sog. „Entwicklungsländer“ schaut das nicht immer so günstig aus.

        Darüberhinaus leben wir hier dank einer insgesamt gut funktionierenden Gewaltenteilung in vergleichsweise großer Rechtssicherheit incl. Minderheitenrechten — auch wenn es Justizirrtümer gibt oder derzeit in ein paar EU-Ländern Versuche, die Gewaltenteilung zu unterminieren. Darüber wird aber in den Medien offen berichtet, und das beruhigt mich, weil es diesen Versuchen öffentlich etwas entgegensetzt (auf Verschwörungstheorien à la PI & Co. gebe ich nix).

        Warst Du im Urlaub schon mal in Diktaturen ?

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      2. Ja, ich versehe. Aus der Vogelperspektive kann man die Quali unseres Gesellschaftssystems genau so beurteilen. Meine Sichtweise ist die des Moorfroschs. Ich sitze mitten im Sumpf, zugegeben in einer friedlichen Zone – aber ich höre von Unheil und sehe Anzeichen. O.Spengler’s Morphologie der Weltgeschichte liesse sich leicht auf die Gegenwart umschreiben. Wellenbewegungen bei der Entwicklung unserer Gesellschaft haben zwei Fehler. Zum einen sind da die Wellentäler, und zum anderen behindern sie Fortschritte.
        Wir Frösche leben halt näher an den Scheisshaufen, den die grossen Tiere hinterlassen. Wir sehen sie, riechen sie und ekeln uns. Überflieger sehen halt nur Grünes.

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      3. Überflieger bin ich keiner, sondern ein ganz gewöhnlicher kleiner Angestellter mit bescheidenem Einkommen, das zum Leben reicht, jedoch nicht für Luxus.

        Aber mit einem habe ich gute Erfahrungen gemacht:
        Ich nehme meine Mitmenschen als Mitmenschen, nicht als Feinde.
        Auch beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft, Abstammung oder Religionszugehörigkeit / Weltanschauung.
        Goethe hat das mal in die schönen Worte gefasst „Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“

        Übrigens, zu Wellenbewegungen gehören zwangsläufig Wellenberge und Wellentäler (siehe Physik). Inwiefern sie Fortschritte behindern, darfst Du mir gern näher erläutern.

        Eine negative Weltsicht zieht nach unten.

        Eckhardt Kiwitt, Freising

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      4. Nun, die Welt ist kompliziert gestrickt. Intuitiv vereinfachen wir, indem wir Klischées und Pauschalierungen verwenden, um uns auszudrücken. Ich weiss, dass dies falsch ist. Das vorweg.
        Ich habe einen Nachbarn, der ein guter solcher ist. Aber im Auto wird er zum Berserker. Ein Mann mit zwei Gesichtern, und das ist gewiss auch so mancher Politiker. Wer Banken vor Verlusten bewahrt und die Schulen verkommen lässt, verdient meine Empathie nicht. Das ist ihm gleichgültig, so wie er mir. Für solche Typen habe ich nur Verachtung übrig. Wer den Bürgern Schaden zufügt, ist mein Feind, nicht mein Mitmensch.

        Tja, es ist einfach, den lieben Herrn Goethe zu zitieren, Dieser Mensch gehörte zur privilegierten Oberschicht seiner Zeit. Er hätte vielleicht mal in die Berliner Hinterhöfe gucken sollen. Davon abgesehen: Dein Goethe-Zitat kann ich nur unterschreiben. Es gehört in mein privates Grundgesetz.
        Zu den Wellentälern: Um zu begreifen, was ich meine, müsste „Fortschritt“ definiert werden. Nehmen wir hilfsweise die Wohlfahrt für die Bürger. Seit den frühen Jahren der Brandt/Scheel-Aera hat sich die Arbeitslosigkeit vervielfacht. Wir reden von Pflegenotstand, Alters-und Kinderarmut, verkommener Infrastruktur und und und.
        Das nenne ich Talfahrt, und einen Fortschritt kann ich nicht erkennen. Ich stelle nicht in Abrede, dass es auch den Fortschritt gibt. Nehmen wir die Robotik. Die Fa. Kuka hat Hervorragendes geleistet – und dann an die Chinesen verkauft. Ich könnte brüllen vor Schmerzen!
        Wenn ein deutscher Wissenschaftler in den USA arbeiten musste, weil an seiner Uni die Forschungsetats gekürzt wurden, so will sich mir der Glaube an einen Fortschritt auch nicht so recht einstellen.
        Wohlgemerkt: solche Ereignisse sind nur Indizien.

        Ich bin kein Nationalökonom. Es gibt ausreichend kluge Köpfe, die vorhersagen, dass die Karre erneut gegen die Wand fährt. Die nächste Weltwirtschaftskrise wird ständig vorhergesagt, und es ist was dran. Die Sünder aus der Vergangenheit haben ihre Praktiken nicht verändert; insbes. die Finanzwirtschaft macht einfach weiter, als hätte es die Lehmans-Pleite mit der ihr folgenden weltweiten Finanzkrise nie gegeben.

        Ich könnte so weiterschreiben bis nächste Woche Donnerstag. Geschenkt. Mon dieu, wenns bergab geht, fehlt halt die Knete für Fortschritt.

        Meine negative Weltsicht zieht mich nicht nach unten. Materiell geht es mir gut. Aber ich habe etliche Fehler in meinem Persönlichkeitsprofil. Blöd, wie man sein kann, habe ich meine rosarote Brille bereits in der Jugend weggeschmissen. Und ich habe einen Gerechtigkeitsfimmel, vertrage nicht, dass eine Rentnerin jeden Penny dreimal umdreht, bevor sie ihn ausgibt, während Frau Klatten per anno eine Milliarde Oiros bekommt, ohne einen Finger zu rühren. Die zunehmend unerträgliche Umverteilung von Einkommen und Vermögen von unten nach oben bringt mich in Weissglut. und so fort. Mein schlimmster Fehler: Ich leide an sozialem Gewissen.
        Meine negative Weltsicht zieht mich nicht nach unten. Wer die rosaroten Augengläser beiseite legt, wird erkennen, dass wir schon unten angekommen sind, nur noch nicht ganz unten. Dann erwischt es auch mich, wenn man – wie im Jahr 1948 – meine Immobilien mit einer Zwangshypothek belastet, mich also enteignet. (Während Frau Klatten immer noch keine Steuern zahlt).

        So, ich dreh den Hahn jetzt zu.
        Und ich wünsche Dit ein angenehmes Wochenende!
        RRisch

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      5. Erlaube mir bitte doch noch ein Wort:

        Was kann man jemandem mit einer negativen Weltsicht empfehlen ?

        Vielleicht dies
        Krieg und Zerstörung
        oder das
        „Pessimistisches Menschenbild“ — oder Selbstbild

        Ich meine, dass jeder die Welt, die ihn umgibt, zum Besseren verändern kann — mit positiver Weltsicht und mit einem positiven Menschenbild. Und als positives Vorbild, nicht als negatives. Auch wenn dies manchmal schwerfallen mag.

        Das Schlechte, das, was wir unerträglich finden, schaffen wir nicht aus der Welt indem wir es nur beklagen, sondern indem wir die Welt besser zu gestalten versuchen. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten — in freien und geheimen Wahlen, im Umgang mit Mitmenschen (auch mit denen, die wir für schlechte Menschen halten und in denen wir keine Vorbilder sehen), …, mit dem Grundrechtekatalog unserer Verfassung, des GG, vor Augen.

        Man ändert einen Menschen nicht zum Besseren, indem man ihm vorhält wie schlecht er ist, sondern allenfalls indem man ihm aufzeigt, wie’s besser geht und dies mit Argumenten untermauert.

        In diesem Sinne:
        Nicht resignieren, nicht unterkriegen lassen.

        Eckhardt Kiwitt, Freising

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      6. Ich möchte hier nicht als Korinthen-Kacker auftreten. Aber positives Denken
        bewirkt nun mal nichts. Es ist nur die Voraussetzung für adäquates Handeln.
        Dabei ist der geringstmögliche Wirkungsgrad eines alten Mannes nicht gerade erfolgversprechend beim Bestreben um Besserung gesellschaftslicher Defizite.
        Gut. Ich will Dich nun so verstehen, dass Du mich nicht missionieren willst.
        Das wäre vergeblich, da mir meine Lebenserfahrung einiges wert ist. Aber man komme mir nicht mit Demokratie und dieser veralteten Krücke, die wir GG nennen.
        Wenns passt, nimmt man sie als Argumentationshilfe in Anspruch. Wenns nicht passt, wird das GG salopp ignoriert. Übrigens sind die Erklärungen zu den Menschenrechten der Vereinten Nationen besser formuliert – sie haben denselben niedrigen Stellenwert (nahe Null). Wenn sie nicht gerade auf Bibeldruckpapier gedruckt sind, kann man sie aufs Klo hängen.

        Ich bin ein aufgeklärter Mensch. Ich lasse nicht denken, sondern denke selbst. Irgendwo habe ich geschrieben, dass Ideale lediglich als Masstab für die Realität brauchbar sind – oder so ähnlich. Leben kann man sie, wenns gut geht, im Familien- und Freundeskreis, also in der realen Einfluss-Sphäre.Das Denken in großem Masstab kann man vergessen.

        Geschichte ist nur dann von Wert, wenn man aus der Vergangenheit lernen will. Ich sehe leider immer noch 1933, und den Rechtsruck im Europa der Gegenwart. Mich lehrt das
        Gruseln.
        Ah ja. Bevor ich es wieder vergesse: Informiere Dich doch mal über die Bilderberger.
        David Rockefeller, zackig drauf: „Wenn Ihr glaubt, wir wollten die Weltherrschaft übernehmen – dann habt Ihr recht!“ Ich habe das Interview gehört. Rockefeller ist so etwas wie der Chairman des inneren Kreises der Bilderberger. Ihre Strategie: Geld investieren, um zu destabilisieren, dann die Macht übernehmen. Vermutlich werden sie Schaden stiften, aber ihr Ziel nicht erreichen. Aber es macht mir eine Gänsehaut, wenn ich erfahre, dass ein Opportunist wie Jens Spahn zur Bilderberg-Konferenz eingeladen wurde.

        Nicht unterkriegen lassen? Das schaffen weder die da oben noch das System. Ich leide nicht, sondern beobachte. Das gelingt nicht, wenn man im Wolkenkuckucksheim zu Hause ist. Man muss runter auf die Erde und Dreck fressen (alte Journalistenweisheit).
        RR

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