Küchendrama

Die Pizza bruzzelt still im Ofen,
noch duftet sie so wie sie soll.
Noch tut der Käse goldig loofen,
des Bäckers Stimmung dreht nach moll.

Die Augen zu – er träumt vom Bett,
schon holt ihn sich der Schlummer.
Im Ofen brennt derweil das Fett –
ein Pizza-Brand macht Kummer.

Kohle verströmt Salami-Duft.
So schwarz, und doch so lecker!
Der Bäcker aus der Küche ruft:
Ich will bloss kein Gemecker.

Die Hausfrau sieht: Hilfe tut not,
und schleicht sich leis zum Schrank.
Die Kinder kriegen Butterbrot,
der Bäcker einen Dank!

Hier mehr zu tun bringt garnichts ein,
der Pleite voll bewusst
pfeift sich der Bäcker einen rein,
ertränkt im Schnaps den Frust.

Pizza und Bäcker , wie verreckt
so liegen sie vereint
nun in der Küche hingestreckt –
es war nur gut gemeint!

Erkenne Dich selbst!

Spiegel verkehren ihre Sicht der Dinge,
setzen Zeichen,
zerbrechen, und schaffen damit neue Sichten.

Spiegel sagen: Schaue,
Mensch, und bedenke:
Fehlendes hat stets besonderen Wert!
Brüche und Verluste – auch das ist Leben.

Sei mutig, Mensch,
und richte Deinen Blick
in die Ferne.
Hier ist nur Gegenwart,
dort aber die Zukunft.

Vertraue deinem zweiten Blick.
Die Spiegel sagen: Schaue,
und folge Deinen Gedanken.

Sie sagen:
Sei mutig, Mensch!
Schritt für Schritt nach vorn
ist neue Wirklichkeit,
rückwärts gewandt
ist längst gelebtes Leben.

Polemik (extra-einfältig)

Ein Olm! Ein Grottenolm! wisperte das Moos,
bevor es gefressen wurde.
Ein Steinschlag! schrie der Olm,
bevor ihn das Geröll erschlug.
Ein Riss! Ein Riss, ächzte der Berg,
bevor er die Grotte mit Felstrümmern füllte.
Mein Berg! Mein Berg!, stöhnte das Gebirge,
bevor der Hochvogel im Allgäu zerbarst
und 260.000  Kubikmeter Fels
ins Fallental stürzten.
Meine schönes Gebirge!, klagte der Planet Erde,
und dreht weiter seine Kreise
um sich selbst und um die Sonne.
Es ist halt immer irgendwo etwas!,
meinte die Galaxie
und wendete sich wieder
ihrem Schwarzen Loch zu.
Und das Schwarze Loch?
Ich kann warten.
Irgendwann seid auch Ihr fällig,
Ihr, die Ihr euch „Leben auf der Erde“ nennt.

Ode an die Sau

Allgegenwärtig ist das Schwein
in unserm Menschenleben,
ohne von uns geliebt zu sein.
Es hat so viel zu geben .

Zuvörderst dient es uns bei Tisch
als Schinken, Schnitzel und Kotlett,
und Lendchen, rosa, zart und frisch,
Grillrippchen mit und ohne Fett …..

Gesülzt, gekocht oder gebraten
geniesst der Mensch, der nicht Muslim,
das Schwein zu Sossen, Kraut, Salaten
bei Blumenschmuck, und mit Benimm.

Wir sollten doch an solchen Tagen,
nach einem wirklich guten Essen
gemeinsam herzlich Danke sagen:
„Dank, liebes Schwein, sei unvergessen!“

Der Schweinefreund hat auch bedacht
dass Schweine stets geduldig bleiben,
wenn man sie mal zum Buhmann macht,
um sich mit anderen zu reiben.

Du blöde Sau! Du dummes Schwein!
Du Drecksau, Sülzkopp, wilde Sau!
In heilgem Zorn wird man gemein,
Die Knoechel weiss, Gesichter blau!

Ganz bayrisch wirds, wenn ohne Faxen
der Loisl durch die Kneipe brüllt:
Geh schleich´Di, schwing die krumma Haxn!
und Haxnduft den Gastraum fuellt.

So mancher Mensch ist sehr geknickt,
mit Liebe sich zum Schweine wendet,
weils Pumperl ihn ganz böse zwickt
und´s Schwein Aortenklappen spendet.

Und nicht zuletzt der Bauernstand
Profit verspricht die Ferkelei.
Es grunzt munter im Bauernland,
noch immer gilt: Landluft macht frei!

Mag sein, dass es die Stadtluft war,
die einst den Menschen frei gemacht.
Dem Schwein stellt es sich anders dar:
Freiheit ist für´s Wildschwein gedacht,

so lang, bis dann im Morgenrot
die Büchse knallt; ein letzter Schmerz,
der Jäger bruellt dann los: Sau tot!
Ein Blattschuss, mitten durch das Herz!

Nun, auch noch dies. Es spricht sich rum
im Koben und in Schweinekreisen.
Das Hausschwein ist ja nun nicht dumm
kann die Behauptung schon beweisen,

dass man nur noch als Hausschwein sicher.
Und sterben muss nunmal ein jeder.
Der Bauer auch! (Hinten Gekicher!)
Der ist dann hin – ich Schweineleder!

Reinkarnation – auf Schweine-Art
ist nicht nach jedermanns Geschmack.
Der Mensch arbeitet lieber hart.
Arbeit macht frei!, schrieb Menschenpack.

Zur Herrschaft des Bösen

Die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit und ihrer Kapazität für korrektes Denken und das genaue Verstehen der Realität schließt ein bestimmtes Maß an Risiko mit ein und verlangt nach Überwindung von komfortabler Faulheit und nach Anwendung von wissenschaftlichen Ergebnissen, jedoch unter anderen Umständen als jenen, unter denen wir großgezogen wurden.


– Andrzej Lobaczewski, Politische Ponerologie


Ponerologie beschreibt das Studium des Bösen in Theologie und Politik. Der polnische Psychologe Andrzej M. Lobaczewski unterschied 1984 zusätzlich das makrosoziale Böse, das sich in einer Gesellschaft konstituieren und diese nahezu vollständig durchdringen kann. Dies geschieht in Form einer Pathokratie, d. h. einer psychopathischen Herrschaftsstruktur. (Zitat Wiki)