Nachgedacht 4 – über Kunst

Hat nicht Joseph Beuys gesagt, jeder Mensch sei ein Künstler? Fast hätte man ihn dafür gekreuzigt. Schliesslich brachte er das Geschäftsmodell „Kunst“ in Gefahr!

Ich denke, er hatte recht. Beuys schmückte eine Zimmerecke an der Decke mit einer Ladung Butter (!), und die Kunstwelt überschlug sich vor Begeisterung. Was seine „Fettecke“ auszeichnete, war nur die Originalität.

Wie sieht nun der Prozess aus, der ein solches Objekt zum Kunstobjekt macht?

Beuys klebte Butter in die Ecke. Die Fettecke ist zunächst ein Objekt, ein Ding, mehr nicht. Dann kommen die Beurteiler, Leute wie Du ind ich. Sie lassen ihre 5 Sinne arbeiten. Erst die Sinne der Betrachter machen die Fettecke zur „Fettecke“ von Joseph Beuys.

Bildhaft gesagt: Ein Ding ist nur ein Ding. Mehr nicht. Erst das Auge des Betrachters (und der Kunstmarkt) machen dieses Ding zur Kunst. Egal, ob Bild, Ton, Poem, Menue oder Moschee. Sogar eine gute Erbsensuppe kochen ist eine Kunst, oder?

Können wir nicht alle irgendetwas besonders gut? Denke an Joseph Beuys!

Reisen bildet!

Ein kleiner, grüner Bücherwurm
macht sich auf eine Reise.
Ihm ists zu kalt in seinem Turm –
verfluchte Heizölpreise!

So ringelt er sich unbemerkt
entlang der Unratkübel.
Hat sich grad noch mit BILD gestärkt,
davon ist ihm jetzt übel.

Mit Müh´ kriecht er die Strasse lang
und sucht nach einer Bleibe.
Der kleine Grüne fragt sich bang,
wohin´s ihn heute treibe.

So kriecht er rasch, er treibt sich an
mit unbekanntem Ziele,
und hofft so intensiv er kann,
dass Hellsicht ihn befiele.

Der Traum von einer Bibliothek
gibt ihm viel Mut und Kraft
für einen langen Wanderweg,
noch ist fast nichts geschafft.

Gedankenlos ergreift er jetzt
ein Stück Papier vom Weg.
Er dreht es um, und ist entsetzt:
ein ALDI-Kaufbeleg!

Feindlich gesinnt die Umwelt scheint,
hier liegt ein Dosenetikett,
dort drüben nun ein Kleinkind weint,
der Autoqualm scheint dick und fett.

Nur nichts wie weg von diesem Ort!
Der Grüne hält es nicht mehr aus,
„Marlboro“ – Schachteln hier, und dort ….. !
hinein ins nächste Haus!

Die offne Tür von Nummer acht
lud ein, es zu erkunden,
ob und wie weit es Laune macht,
zu bleiben – ein paar Stunden.

So nudelt er sich denn hinein
in einen düstren Flur.
Die erste Wohnung sei nun mein,
gebärdet er sich stur.

Gesagt, getan, es ist kein Witz,
er plumpst nun aufs Parkett.
Er schaffte den Briefkastenschlitz,
riecht Schreibmaschinen-Fett!

Rasch kombiniert: Wer schreibt, der liest!
Ist dies sein neues Heim?
Beim Bücherleim-Geruch beschliesst
er, erst mal hier zu bleibn.

Das dritte Zimmer linker Hand
versetzt ihn in Exstase!
Ne proppevolle Bücherwand
lädt ein zur Lieblingsphrase:

Hier ist gut sein, hier lässt sichs bleiben
in Belletristik und Poesie!
Sich Sjöwall/Walloe einverleiben!
Die Herr-der-Ringe-Trilogie!

Bei Handke´s Texten wohlig würgen,
über Ulysses einzuduseln,
und leiden mit Herrn Schillers Bürgen,
um gleich zu Eco hinzuwuseln,

ja! Wundervoll ist diese Welt –
Mehr brauchts nicht für ein gutes Leben!
Oh ja, das Sortiment gefällt,
das andre wird sich sicher geben !

Noch während unser Bücherwurm
so träumet und sinniert,
bewegt der „Butt“ sich wie im Sturm,
der Grass wird massakriert!

Und während Goethe Deckung gibt,
Vorsicht scheint angezeigt,
schielt unser Grüner – nun betrübt –
zu dem, was dorten steigt.

Noch ist der Kleine ahnungslos,
und seine Neugier sagt ihm: Bleib!.
Die Augen werden riesengross:
Denn da kommt SIE – ein Weib!

Sein Urinstinkt gebietet Flucht.
So hat er rasch gewendet –
bevor er nun das Weite sucht
scheint er ploetzlich geblendet!

Die hat doch was, da war noch was,
mein Gott! Der güldne Schimmer!
Vielleicht, man könnte ……. dies und das …..
ehmm, ……. und das für immer?

Und so verliess ihn der Verstand,
und schliesslich die Vernunft –
die Folge liegt nun auf der Hand:
Ein Bücherwurm in Brunft!

Bittere Medizin

Das Übergangsglied zwischen Affe und Mensch –

sind wir selbst.

(Konrad Lorenz, Nobelpreisträger, 1903 bis 1989)

Die Art und Weise, wie wir mit unserer Welt umgehen, lässt vermuten, dass wir genetisch dem Homo neanderthalensis näher stehen als dem Homo sapiens.

Das glaubst Du nicht? Gut.

Homo sapiens meint „weiser Mensch“.

Und nun starte eine Aufzählung der Krisen in der uns bekannten Menschheitsgeschichte. Suche nach Krieg, Hunger, Geld, Macht. Benenne , wem die Krise genutzt hat. Beginne heute und arbeite Dich in der Zeit zurück. Schaffst Du das Pensum in drei Wochen? Kann sein, dass Nein!

Und wenn Du fertig bist, lies diesen Beitrag nochmals.

Gequirlter Quark: Geplauder über ein Tabu

Man sagt, das Sterben beginne mit der Geburt.
Dieser Prozess kann Jahrzehnte laufen.
Die Prozessdauer bemisst sich in Schicksalen.
Diese sind nicht in Menschenzeit umrechenbar.
Der Prozess verläuft progressiv.
(Je älter, desto schneller.)
Pflege verlängert die Prozessdauer.
Dennoch entstehen zunehmend Schäden,
die schaden.
Bei grossem Schaden schaltet die
Zentrale ab.
(Oder sie wird per Externem abgeschaltet.)
Am Prozessende heisst der Status „Tod“.
Oder: Der Prozess ist tot.
Oder: Der Mensch ist tot.
 
Hmmm. Damit verbindet sich die Frage,
was seine Seele die ganze Zeit
getrieben hat, und wo sie nun
unterkommt. Aber ist das relevant?
Wer hat je eine Seele gesehen?
Wenn es sie gibt, so kennt man nur
ihre Wirkung. Und wenn es sie nicht
gibt, dann hat die Wirkung
eine andere Ursache.
Zum Beispiel Empathie für das 
Menschengeschlecht?
Der eine hat sie, der andere nicht.
 
Wo sitzen im Körper die Gefühle?
Wieso  kann man sie stimulieren?
Wo wirkt der gute alte Absinth?
(Ausser auf die Leber)
Emotionen sind das Resultat
bio-chemischer Sub-Prozesse
im Gehirn?
Warum kann ich einen Monat
lang traurig sein, aber
nicht glücklich?
 
Wie oft muss ich wiedergeboren
werden, um hierzu richtige Antworten
zu erhalten?
Kann man die Endgültigkeit
des Nirwana tatsächlich geniessen?
 
Ich glaube, ich spinne.
Habe die Peilung verloren.
Um die Ordnung wieder herzustellen,
gehe ich jetzt in die Küche und
mache den Abwasch.
Wir im Norden nennen das
„Kombüse aufklaren“.

Zwiegespräch vor dem Spiegel

Wie ich sehe, sind wir unter uns, Alter.
Sag an: Warum stehst Du so schief?
Dein Teint gleicht dem Outfit
eines Mehlwurms! Was ist los?
Ich antworte mir nicht.

Habe Mut, Alter!
Du weisst doch:
Wo Schatten ist, da ist auch Licht.
 
Schau hin!
Jeder Tag hat sein eigenes Gesicht!
Ist das nicht wunderbar?
 
Lege den Graufilter beiseite,
die Welt ist noch immer bunt.
 
Verliere keine Zeit,
sie ist kostbarer denn je.
 
Geniesse, was sich Dir bietet.
 
Den Schatten begegne
mit Verstand und Vernunft.
Sie sind so flüchtig
wie das Licht der Sonne.
 
Lebe!
Nicht aus Gewohnheit.
Lebe bewusst!

Vielleicht sollte ich mein Portrait
an eine Wand hängen;
Oscar Wilde könnte mit seiner
Dorian Gray-Story recht behalten.

Hoffnung

Soeben habe ich den ersten
Schmetterling des Jahres 2019
gesehen. Ein Zitronenfalter hat vor
meinem Fenster die ersten warmen
Sonnenstrahlen sichtlich genossen,
und ein kurzes Tänzchen gewagt.
 
Ich sitze hier, bin ein wenig gerührt.
Bin auch geneigt, an das Ende des
Winters zu glauben.
Und ich hoffe, dass dieser kleine,
gelbe Bursche weiss, was er tut,
wenn er sein Winterquartier
verlässt.

Pro Trump

Wie kommt ein Mann wie Trump
auf den Präsidenten-Hocker?
Es wurde gespielt.

Der Einsatz:
40 % Dumme und Ungebildete
15 % Profiteure
30 % Gegner
15 % Zweifler
 
Diese Melange wird von wenigen
Drahtziehern zum eigenen Wohl
genutzt. Trump ist nur
eine Marionette mit Spielraum
für Eigenes, damit er sich
missbrauchen lässt.
 
So wurde er zum Glücksfall für die
Superreichen in den USA, und zu
einer Gefahr für den Rest der Welt.
Donald Trump ist ein Psychopath.
Das bedeutet, dass er krank ist
und therapiert werden sollte.
Seine irrationalen Handlungen sind
nur Krankheitssymptome.

Geistige Reife oder geistiger Zerfall?

Der Spruch des Tages?
Für den 21. März 2019?
Geht nicht. Dafür ist er zu gewichtig:
 
„Bevor ich mich über etwas aufrege,
ist es mir lieber egal.“
 
Ich widme ihn den nächsten 20 Jahren,
dann reicht er zur Sicherheit weit
über meinen Sarg hinaus.

Schweinisches – nur Mut!

Ich wünschte, ich könnte fliegen, dann würde

ich mich aus dem Schweinekoben erheben

und den ganzen Mist hinter mir lassen,

Ich würde weder den Schlachter noch seine Wurst fürchten,

meine Gülle dem Wind überlassen.

Ich würde vogelisch reden lernen,

die Flugsicherung verunsichern,

bräunen ohne zu braten,

im Fluge aus den Kronen der Apfelbäume Früchte pflücken.

Und im Süden Trüffeln schnüffeln

und sie dann selber mampfen,

gegen die Bauern Luftattacken fliegen,

durch offene Fenster ein- und ausschweben.

Ich möchte mit Piloten „Alles roger!“ austauschen,

in der Schweinebucht eine Landung versuchen,

einen Tierarzt suchen, der spritzen kann

und mit Zeppelinen um die Wette fliegen.

Ich würde Blütennektar trinken wie ein Kolibri,

mich in einen italienischen Keiler verlieben,

und in einem Eichenhain abferkeln.

Ja, Schweinfurt besuchen,

auf Borneo mit den Schweinsaffen Kokosnüsse pflücken,

meine Hufe lila lackieren,

auf dem Rücken fliegend  „I´m flying“ singen,

nur noch Saumässiges fressen,

frei sein

und gut riechen!

Ich würde täglich die Kolumne „Neues von der Flugsau“ lesen,

mit Miss Piggy einen Film drehen

und von Robert Redford gekrault werden,

Luftkampftechnik nach Immelmann erlernen,

und segeln, segeln, segeln auf der Thermik im Hochgebirge zwischen Drachenfliegern und Paraglidern.

Und bei Ballonfahrern Obst ergattern,

nur saumässige Landungen hinlegen, wie es sich gehört –

und einen Fliegertod sterben.

Ich würde danach nicht im Rauch abhängen müssen,

aber fühlen, wie meine Seele weiterfliegt – 

wenn ich es mir recht überlege:

Ja, ich wünschte, ich könnte fliegen!