Am Lagerfeuer

Es ist Nacht. Neumond, sagt der Mondkalender.
Neumond im Sternzeichen Krebs, und das
Licht der Sterne ist kraftlos. Die Finsternis
ist perfekt – so perfekt wie mein Lagerfeuer.
Hier knistern unter extremer Hitze
Holzscheite von besonderer Güte, lang
brennendes Hartholz aus einer Buche,
 für mehrfach positive Effekte bekannt
und geschätzt.
Für Romantiker hat dieses Holz
Besonderes zu bieten. Es lässt
glühende Funken aufsteigen und
in die offene Flamme zurückfallen.
Man sitzt still daneben, und unversehens
fühlt sich die Phantasie angesprochen.
Feen treiben ein Spiel mit mir, dem Sterblichen.
Sie zeigen mir, wie sie fühlen und denken,
und dass in dieser Nacht auf
meinem Feuer ein Zauber liegt.
Ich lebe diesen Zauber einige Minuten lang,
und bin mit meinem Leben, mit dieser
magischen Nacht und mit dem Rest der Welt
friedvoll vereint.

Nachgedacht 19

Zu Zeiten Homers und Hesiods,
also um 800 v. Chr. verstand man
unter Demos die Sippen- oder Dorf-
gemeinschaft, und Kratos meinte die
Karre ziehen.
Neusprachlich also:
Die Sippe zieht ihre Karre selbst,
regelt also ihre Angelegenheiten
im modernen Sinne demokratisch.
 
400 Jahre später übernahm Aristoteles
diese Herrschaftsform für die Polis, also
für Stadt und Staat. So begann ein Dilemma.
 
Riechst Du den Braten?
Die Art der Verwaltung einer Sippe im
antiken Griechenland soll heute noch,
und zwar für ein 80-Millionen-Volk
zufriedenstellend funktionieren?
 
(Demokratie >>> grosse Heiterkeit!)

Die Bürde des guten Lebens

Mit Würde trägt er seine Lasten.
Man sagt ihm nun, er möge fasten.
Versuche haben ihm gezeigt,
er schafft es nicht,
er hat’s vergeigt.
Und die Moral von der Geschicht?
Auch mit den Pillen schafft man’s nicht.
Schon garnicht mit dem grünen Plunder –
auch Broccoli bewirkt kein Wunder.
Diäten sind halt eine Qual.
Um Himmels Willen! Werd‘ normal!