Trip über Glatteis

Vor einem halben Jahrhundert versuchte
ich, ein Bild zu malen. Dabei entstand ein
Machwerk, dessen Urheber ich sofort als
untalentierten Laien erkannte. Test-Ende!
Aber ich war um Erfahrung reicher geworden.
 
Die Gute: Wenn man sich einer Handlung
mit allem, was man hat hingibt, so verliert
die Zeit ihre Bedeutung. Der Mensch ist wie
gefangen in seinem Tun, und die äusseren
Fesseln verlieren ihre Wirkung.
 
Ist es das, was man „schöpferisch tätig sein“
nennt? Die Zeit begleitet nicht, sie wirkt mit
und mag als Dynamik ihren Ausdruck finden.
 
Schöpferisch Tätige können auch Schlechtes
produziern. Dann bleibt als persönlicher
Gewinn immerhin der Genuss intensivster
Gestaltungskraft.

  1. Und warum hast du dann aufgeben und dir nicht mehr Zeit gegönnt und den Prozess des Gestaltens nicht länger genossen?

    Kunst ist zu einem nicht unerheblichen Teil Handwerk und braucht einfach Übung, Experimentieren, das Verarbeiten von Einflüssen & Inspirationen, das Finden einer eigenen „Handschrift“ / eines persönl. Ausdrucks, das Identifizieren von persönl. Themen
    / Motiven etc.

    Das Handwerk wird erst durch diesen Prozess zur Kunst.
    Daran scheitern viele Hobbykünstler, weil sie sich nicht von Stereotypen und künstlerischen Vorbildern lösen können und nicht wissen, was sie eigentlich sagen wollen.
    Das endet dann bei gutem Handwerk im rein Dekorativen.
    Völlig okay für mich….aber, ob das Kunst ist, ist für mich zumindest fraglich.

    Aber vielleicht ist das Label „Kunst“ auch ganz einfach völlig unerheblich.

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