Trip über Glatteis

Vor einem halben Jahrhundert versuchte
ich, ein Bild zu malen. Dabei entstand ein
Machwerk, dessen Urheber ich sofort als
untalentierten Laien erkannte. Test-Ende!
Aber ich war um Erfahrung reicher geworden.
 
Die Gute: Wenn man sich einer Handlung
mit allem, was man hat hingibt, so verliert
die Zeit ihre Bedeutung. Der Mensch ist wie
gefangen in seinem Tun, und die äusseren
Fesseln verlieren ihre Wirkung.
 
Ist es das, was man „schöpferisch tätig sein“
nennt? Die Zeit begleitet nicht, sie wirkt mit
und mag als Dynamik ihren Ausdruck finden.
 
Schöpferisch Tätige können auch Schlechtes
produziern. Dann bleibt als persönlicher
Gewinn immerhin der Genuss intensivster
Gestaltungskraft.

Post zu fast nix

Die Sinne des Menschen sind unergründlich.
Da blüht am Wegesrand eine kleine blaue Blume,
und intuitiv denkt man

„Kornblume!“


Das Bewusstsein trödelt hinterher
und stellt fest: „Unwichtig!“
 
Der Blick folgt dem Wegesrand und er
sieht zwei dieser Blüten.
Und aus dem Unterbewussten taucht auf:


„Doppelkorn-Blumen!“.


Und was macht das Bewusstsein in
dieser Situation?
Nicht viel.
Es zaubert dem Beobachter
ein Grinsen ins Gesicht.
Guter Tag, dieser Tag!


Dumm nur:
Diese Pflänzchen heissen „Wegwarte“.
Kornblume geht anders.
Egal.

Gute Miene

Lächeln ist die Visitenkarte des Herzens.

Lachen befreit die Seele vom Zwang des Alltags.

Gegenrede

Beachtenswert: Voltaire sagte auch
 
„Geben wir acht, es ist der Unsinn
der christlichen Dogmen,
der die Atheisten macht.“
 
Er irrt.
 
Es ist vor allem die Unfähigkeit, Wissen
durch Glauben zu ersetzen,
die Atheisten und Agnostiker macht.
 
Und:
 
Ohne die Theisten
gäbe es keine Atheisten.
Das ist fundamental,
nicht Entgleisung.

 

Spezialist vs. Generalist?

Sprüche machen Sinn, wenn sie zum Denken anregen.
Dann nennt man sie auch „Aphorismen“.
Zum Beispiel sagt man:

„Ein Spezialist ist einer, der von sehr wenig sehr viel weiss.
Ein Generalist ist einer, der von sehr viel sehr wenig weiss.“

Der eine vergräbt sich in sein Thema und vergisst die Welt,
der andere hat die Welt als Thema und regelt das Geschehen.
So wird Gegensätzliches zu sinnvoller Kooperation.
Beide Arten sind für die Gemeinschaft unverzichtbar.
 
Lernst Du einen Menschen kennen,
so schau nach, in welche der beiden
Schubladen er zu Hause ist.
Dann hast Du die erste Schwelle
zum Scheitern überwunden.

Tips für Politik-Freaks

Manche Menschen benutzen Worte nur,
um ihre Gedanken zu verbergen,
meinte Voltaire, ein französischer Philosoph
des 18. Jahrhunderts.
 
Manche Menschen des 21. Jahrhunderts
haben Voltaires Worte verinnerlicht
und benutzen den Trick gewissenlos.
Besagter Trick gehört zum Handwerkszeug
der in der Politik Beschäftigten.
 
Wer verwegen genug ist, Politikern genau
zuzuhören, sollte für Notfall-Medizin sorgen.
(Vomex A gegen Übelkeit,
VALIUM zum Ruhigstellen)