Nachgedacht 16

Zur Zeit bin ich einigermassen irritiert.
Das Leben, genauer mein Leben scheint
im wesentlichen bestimmt zu werden durch
Negatives, das sich um mich verbreitet
wie eine Seuche. Ich könnte unentwegt
abgrundtiefen Pessimismus verströmen.
Zugleich aber lässt meine Lebenserfahrung
vermuten, dass eine Fülle positiver
Zustände und Ereignisse zu konkurrieren
versucht, aber in meinem Bewusstsein
irgendwie nicht zum Zuge kommt.
 
Da haben wir nun ein seltsames Dreigestirn:
Das Positive – das Negative – und ich.
Und wir kommen nicht miteinander zurecht.
Zweifelsohne bin ich selbst die Störquelle.
Ich bin der aktive Teil. Nehme das Positive
als Selbstverständlichkeit hin und bewerte
das Negative hoch, da es Besseres gibt, was
sich mir verweigert.
 
Normal ist das nicht.

Nachgedacht 15

Klare Strukturen bewirken Ordnung.
Sie zu schaffen bedeutet nicht
Gleichschaltung, sondern
unter Nutzung allgemein
gültiger Grundsätze als Eckpfeiler
eine individuelle Ordnung
herzustellen.
Ist diese transparent,
so schafft sie Interesse, Verständnis
und damit Toleranz –
mithin die Voraussetzungen für
ein friedliches Zusammenleben,
fruchtbare Zusammenarbeit,
und für Raum zur Entwicklung
von Begabung und Kreativität.

Nachgedacht 14

Allein sein bedeutet:
 
einsam sein unter Einsamen,
 
geniessen können.
ohne teilen zu müssen,
 
dankbar sein für kleinste Gesten
der Zuwendung,
 
verschwinden, ohne vermisst zu werden,
 
Frust an Fremde zu verschwenden,
 
Feinde voll zu geniessen,
 
ebenso alle Freiheiten,
 
dem Tod näher sein als dem Leben,
 
und endlich unbeachtet
in den Tod zu gehen.
 

Elegie

Die Melodien des Sommers
sind längst verklungen.
Der Herbst hat Schwermut hinterlassen,
und langsam windet sich Kälte
in die Strassen meiner Stadt,
sucht ihresgleichen
in den Herzen der Menschen.
Eiswasser statt Blut,
und Herzen aus Stein
in frostigem Ambiente –
Leben ist das nicht, nur Leiden.
Doch  jeder zahlt seine Zeche.
Und es wird einen neuen Sommer geben.
 

Absurdes

Herrschaften, ich predige das Folgende
heute zum siebten, und zum  letzten Male.
Wer’s dann nicht drauf hat,
ist bei der Kartoffelernte
gut aufgehoben, klar?
 
„Der Basisauswahlsatz
ist ein elementarer Lehrsatz
der Linearen Algebra.
 
Der Satz lautet wie folgt – Z u h ö r e n :
 
In jedem Vektorraum V {\displaystyle V} V
über einem beliebigen Körper
K {\displaystyle K} K
lässt sich aus einem endlichen
erzeugenden System
stets eine Basis auswählen.
Insbesondere hat jeder
endlich erzeugte Vektorraum
eine endliche Basis. J e d e r !“
 
J e e e d e r !