Falsch etikettiert

Der Mond trägt heute nacht
sein schönstes Gewand;
Gelb wie Butter ziert er einen Himmel
aus dunklem Azur.

Nun aber lasst uns ganz hinübertreten
in die Welt, die monden ist!
So formulierte R.M. Rilke seine Sehnsucht
nach Nähe zum Mond-Zauber.

Ein Pragmatiker war oben und berichtet:
Riesiger, runder Stein, gebirgig,
mit nichts drauf ausser grauem Staub.
Mit sonst nichts! Nicht mal Atemluft!

Schon gut. Herr Rilke wusste auch nicht,
dass ein Mond-Tag 29 Erd-Tage dauert und
dass die örtliche Temperatur zwischen
120° am Tag und -150° in der Nacht wechselt.

Der Mond trägt heute nacht
sein schönstes Gewand.
Aus Sonnenlicht,
der alte Hochstapler!