Schweinisches – nur Mut!

Ich wünschte, ich könnte fliegen, dann würde

ich mich aus dem Schweinekoben erheben

und den ganzen Mist hinter mir lassen,

Ich würde weder den Schlachter noch seine Wurst fürchten,

meine Gülle dem Wind überlassen.

Ich würde vogelisch reden lernen,

die Flugsicherung verunsichern,

bräunen ohne zu braten,

im Fluge aus den Kronen der Apfelbäume Früchte pflücken.

Und im Süden Trüffeln schnüffeln

und sie dann selber mampfen,

gegen die Bauern Luftattacken fliegen,

durch offene Fenster ein- und ausschweben.

Ich möchte mit Piloten „Alles roger!“ austauschen,

in der Schweinebucht eine Landung versuchen,

einen Tierarzt suchen, der spritzen kann

und mit Zeppelinen um die Wette fliegen.

Ich würde Blütennektar trinken wie ein Kolibri,

mich in einen italienischen Keiler verlieben,

und in einem Eichenhain abferkeln.

Ja, Schweinfurt besuchen,

auf Borneo mit den Schweinsaffen Kokosnüsse pflücken,

meine Hufe lila lackieren,

auf dem Rücken fliegend  „I´m flying“ singen,

nur noch Saumässiges fressen,

frei sein

und gut riechen!

Ich würde täglich die Kolumne „Neues von der Flugsau“ lesen,

mit Miss Piggy einen Film drehen

und von Robert Redford gekrault werden,

Luftkampftechnik nach Immelmann erlernen,

und segeln, segeln, segeln auf der Thermik im Hochgebirge zwischen Drachenfliegern und Paraglidern.

Und bei Ballonfahrern Obst ergattern,

nur saumässige Landungen hinlegen, wie es sich gehört –

und einen Fliegertod sterben.

Ich würde danach nicht im Rauch abhängen müssen,

aber fühlen, wie meine Seele weiterfliegt – 

wenn ich es mir recht überlege:

Ja, ich wünschte, ich könnte fliegen!

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