Nachgedacht 4 – über Kunst

Hat nicht Joseph Beuys gesagt, jeder Mensch sei ein Künstler? Fast hätte man ihn dafür gekreuzigt. Schliesslich brachte er das Geschäftsmodell „Kunst“ in Gefahr!

Ich denke, er hatte recht. Beuys schmückte eine Zimmerecke an der Decke mit einer Ladung Butter (!), und die Kunstwelt überschlug sich vor Begeisterung. Was seine „Fettecke“ auszeichnete, war nur die Originalität.

Wie sieht nun der Prozess aus, der ein solches Objekt zum Kunstobjekt macht?

Beuys klebte Butter in die Eecke. Die Fettecke ist zunächst ein Objekt, ein Ding, mehr nicht. Dann kommen die Beurteiler, Leute wie Du ind ich. Sie lassen ihre 5 Sinne arbeiten. Erst die Sinne der Betrachter machen die Fettecke zur „Fettecke“ von Joseph Beuys.

Bildhaft gesagt: Ein Ding ist nur ein Ding. Mehr nicht. Erst das Auge des Betrachters (und der Kunstmarkt) machen dieses Ding zur Kunst. Egal, ob Bild, Ton, Poem, Menue oder Moschee. Sogar eine gute Erbsensuppe kochen ist eine Kunst, oder?

Können wir nicht alle irgendetwas besonders gut? Denke an Joseph Beuys!

3 Antworten auf “Nachgedacht 4 – über Kunst”

  1. Was ist mit Essenz?… in der bildenden Kunst, der Musik.
    Natürlich kann jeder etwas oder irgendetwas kreieren.
    Auch in Trash-Metal kann Essenz sein, doch, Hand aufs Herz, tust du dir das an? und wenn, was passiert in und mit dir.

    Ein alter Spruch heißt: Kunst kommt von Können.
    Ergo die Energie, welche ich mit Hingabe in etwas hineingebe – der Rest ist Beliebigkeit, Oberflächlichkeit oder eben einfach nur „hingerotzt“.
    Du investierst in deine Texte doch auch etwas, oder?

    Liebe Grüße,
    Raffa.

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    1. Ich kann Dir nur zustimmen, aber in einem Punkt denke ich „universell“.

      Kunst ist mehr als Rembrandt, Picasso und Rodin. Auch deren Werke haben neben dem materiellen einen ideellen Wert, letzteren bei Dilettanten vielleicht nur für den Producer, und der Rest der Welt wendet sich mit Grauen ab – aber genauso ist die Kunstwelt heutzutage gestrickt. Jeder, der schöpferisch tätig ist, ob professionell oder als Hobby darf sich Künstler nennen
      und im schlimmsten Fall verhungern.
      Natürlich kollidiert meine Auffassung mit dem Klischée des „Künstlers“. Damit kann ich gut leben.

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      1. Der Zauber entscheidet und bedarf kein Geld – das wäre eher schädlich, da die Folge-Werke, wie allzu oft, diesbezüglich immer mehr abfallen.
        So bleibt meist nur „Konstruiertes“, wo die Essenz sich ebenfalls verflüchtigt hat.

        Ein entspanntes und gekonntes Wochenende,
        Raffa.

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