Nachgedacht 3

Hast Du schon mal über das Substabtiv „Gegenwart“ nachgedacht? In Wikipedia wird definiert:

Gegenwart ist eine Bezeichnung für ein nicht genau bestimmtes Zeitintervall  zwischen vergangener Zeit (Vergangenheit) und kommender, künftiger Zeit (Zukunft). Als Synonyme dafür werden auch die Begriffe heute und jetzt verwendet. Unbestimmter Zeitintervall – damit entkommt man einer semantischen Falle.

Die Logik setzt dagegen eine Konstante, mag sein die Sekunde, und stellt fest: Ist die Sekunde vorbei, so ist sie Vergangenheit, und es läuft die „Gegenwart-Sekunde“. Die nächst folgende ist Zukunft.

Dieselbe Sichtweise gilt für Milli-,Mikro-, Femto- und Attosekunden, unvorstellbar kleine Zeiteinheiten, die man in der Theorie weiter teilen kann bis zur Nicht-Existenz.

Deshalb wird Gegenwart auch mit Zeitlosigkeit definiert. Die Gegenwart ist Fiktion. Es existieren nur Vergangenheit und Zukunft, deren Ausdehnungen gleichfalls nicht quantitativ bestimmt werden können. Logisch, nicht wahr?

2 Antworten auf “Nachgedacht 3”

  1. Ja, wenn man es genau nimmt, ist unser Bewusstsein gar nicht schnell genug, um das Jetzt zu erfassen. Es sei denn man definiert einen Zeit-RAUM für das Jetzt, wie du schilderst.

    Letztere Variante könnte nicht nur die Rettung für alle Zen-inspirierte Philosophien & Konzepte bedeuten, sondern auch für Konzepte wie Genuss.

    Wie soll man genießen können, wenn nur Vergangenes oder Zukünftiges gibt?!

    So ein Gedankengang ist „Weihnachts-zersetzend“!

    Gefällt 1 Person

    1. Mitnichten. Es ist gut und richtig, den Begriff „Gegenwart“ zu verwenden als Abgrenzung gegen Vergangenheit und Zukunft, und man ist klug genug, die Gegenwart als Zeitspanne nicht zu definieren. Der eine benutzt den Begriff, der andere definiert über den Kontext, was gemeint ist, ob also eine Minute oder ein Jahr gemeint ist. Funktioniert gut.
      Beide Gedankengänge sind legitim; sie präsentieren Theorie und Praxis.

      Gefällt 2 Personen

Kommentare sind geschlossen.