987 – Russe

Putin ist ein Narzisst der Spitzenklasse, mithin psychisch krank. Schon in der „friedlichen“ Phase seines Lebens präsentierte er sich der Welt auf eine Weise, die nahzezu lächerlich wirkte. Mit dem Krieg gegen die Ukraine hat er sich gesteigert und ist in die Irreallität abgestürzt. Er sieht sich nicht als demokratisch gewählter Präsident, sondern Zaren-gleich als Monarch mit allen denkbarenh Machtbefugnissen und mit Instrumenten zur Bedrohung der Weltordnung, und der Ukraine-Krieg soll dafür den Nachweis erbringen.

Er lernt jedoch zur Zeit, dass auch Narzissten nicht alles tun dürfen, wonach ihnen der Sinn steht. Aber er wird sein Handeln nicht als Fehler erkennen. Er denkt, er müsste die Fehler anderer ausbaden. Wenn ihm seine unfähigen Generale knapp geworden sind, nimmt er solche aus Litauen. Er leidet unter der Unfähigkeit seines Stabs, und das versetzt ihn in permanente Wut. Sein Ventil ist die Ukraine. Dort zerstört er Städte und Dörfer, und tötet Menschen ….. Ukrainer und Russen.

Putin’s und der Russen Zukunft ist nicht kalkulierbar. Unbestimmbare Zukunft gehört zum Wesen der Narzissten.

Nun komme ich zu meiner Sachen. Mich träumt, Trump wird wiedergewählt, während Putin mit nacktem Oberkörper in Litauen einreitet. Die NATO wird also attackiert. Was geschieht dann? Für diesen Fall eine Prognose abzuliefern wäre unredlich.

Mit dem letzten Blick auf die Szenerie bleibe ich mal sehr vorsichtig.
Tatsache ist, dass Putin vor seinem Krieg 31 Treffen mit Xi Jinping hatte. Wahrscheinlich gab es Beratungen mit den Chinesen, bevor der Ukraine-Krieg gestartet wurde. Mit Sicherheit gibt es von den Chinesen eine Zusage zum Stlllhalten, wenn es mit dem Kriegspielen losgeht.

Warum sollte China sich auf Putin’s Seite schlagen? Sie tun es, und die Frage ist gut!
Es mag viele Gründe geben, aber sicher ist, dass die Chinesen nicht empathiefähig sind. Selbst für ihre eigenen Landsleute empfinden sie nichts und sind unfähig, mitzufühlen. Chinesen sind Zombies, die allerdings nicht vom Blut anderer leben, sondern von deren Geld. Das ist Grund 1.
Ein weiterer Grund ergibt sich aus Grund 1. Sie beobachten eiskalt und interessiert, wie es den Russen in ihrem Krieg geht, wie die Ukrainer reagieren, und was in dem Rest der Welt geschieht. Putin liefert ohne es zu ahnen ein Lehrstück, denn China hat selbst imperialistische Pläne und möchte im ersten Schritt Taiwan überfallen und schlucken. Für sie sind die Russen wie die Ukrainer nicht mehr als Spielmaterial.

Schliessen wir die Tür nach draussen, die in die“große“ Welt führt! Verweilen wir in unserer kleinen Welt, erleiden, was verbrecherische Syndikate zerstören – wir werden es überleben. Ob die kriminellen Systeme überleben, darf bezweifelt werden. Selbst das Mafia-Imperium des Toto Riina ist zerbrochen.

986 – Geplauder

Ich mag das Wort „Plaudern“. Es ist so nichtssagend. Regelrecht anspruchslos. Es kann Small talk entstehen, oder zu Heidegger’s Philosophie ausarten und dabei das Prädikat „Small“ verlieren – gleichgültig. Infantiles Geplapper aus Kindermund? Geistloses vom dementen Opa? Alles ist möglich, und alles muss erlaubt sein, weil ….. weil wir Menschen auch diese Form von Kommunikation brauchen. Plaudern erzeugt eine sehr dezente Form von Wohlbehagen, wirkt wie diese gefiederten Staubwedel, und endet mit neinem Gefühl wie beim Seufzer „Ach jaaa!“ – wenn man beim Plaudern auch reden durfte, und nicht nur zuhören …..

Nun, ich sitze hier in meiner Zelle und starre an meinem Monitor vorbei, aus dem Fenster, direkt hinein in eine grüne Hölle, die zu besseren Zeiten mit Recht „Garten“ genannt wurde.

Heute wird mir das Schreiben keinen Spass bringen, ich bin ausgesprochen missmutug, dies aber diszipliniert. In einer WG kann man sich nicht austoben, wie man es möchte. Also schlägt man die Zähne ins Nächstbeste, auch wenn es die Klobrille ist, und rennt danach ganz schnell zum Kühlschrank. Meist hilft Süsses beim Kompensieren. Aber leider geraten solche negativ gepolten Situationen oftmals zu Konflikten, zum Beispiel immer dann, wenn in der kältesten Ecke des Hauses nichts zum Naschen zu finden ist. Dann aber kommt die Altersweisheit auf die Bühne. Wer so alt ist wie ich, und für planbare kritische Situationen keinen Plan B erdachte, hat nicht wirklich gelebt. B heisst bei mir, nach einer Flasche guten Rotwein zu greifen und mich in meine Kemenate zurückzuziehen. Ich habe längst die abgedroschene Phrase verinnerlicht, wonach man das bißchen, was man zu essen pflegt, auch trinken kann. Dann sitze ich in meiner Zelle, und starre am Monitor vorbei direkt in die grüne Hölle. Weiol ….. mehr ist da nicht.

Ein erstes Glas Rotwein klärt meinen Blick. Plötzlich vermisse ich die Schmetterlinge. Hängen die alle noch in ihrem Kokon und pennen? Haben den Frühling verpasst? Leider sind die Schleimlinge rechtzeitig aus ihren Eiern gestiegen. Die spanische Nacktschnecke überflutet unsere Wildnis und frisst, was sie immer frisst: Grünes Menschenfutter und Blumen. Und das Schlimmste: Sie hat mit Spanien nie etwas zu tun gehabt. Sie lebt genau da, wo sie schon von 10.000 Jahren gelebt hat, damals aber vermutlich bis zu 180 kg schwer. Die Flatterlinge haben es schwer, denn Katze Cilla hat ihren Jagdeifer entdeckt und schleppt häufig einen Vogel ins Haus, um damit anzugeben. Sie führt sich auf wie weiland Hermann Göring in seiner Galauniform.

Vergangene Nacht habe ich im Chaos gelebt. Sie war wie ein Eintopf, bestehend aus Computer-Absturz, TV über Moonshiners in Virginia/USA, einer Flasche Roten, Ohnmachtsanfällen mit Schlafperioden im Bürostuhl, und einer kalten Bockwurst. Vermutlich war auch ein Stück Spielfilm dazwischen, aber das weiss ich nicht so genau. Mein Bett habe ich nicht gesehen.

Oh je, ich vergass: Zwischendurch habe ich einen Sauerteig angesetzt. Der sieht heute deutlich gesünder aus als ich. Er heisst Siegfried, und er verlangt, nun gefüttert zu werden; ein wenig Mehl und warmes Wasser unterrühren – schon ist Ruhe im Topf. Ruhe? Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Milchsäurebakterien und Hefepilze geraten in Ekstase und produzieren zur Freude des Bäckers Nachkommen wie Teufel. Mein Problem: Mein Siegfried weigert sich, mitzumachen. Schnecken tun’s. Sie schlüpfen als Winzlinge, fressen und verwerten optimal, und wenig später fressen sie einen Kopfsalat zum Frühstück. Siegfried hat nichts verstanden – schon garnicht die Schwarm-Intelligenz. Eine Dumpfbacke! Wie jene Leute, die eine kalte Bockwurst essen – eine wahre Scheusslichkeit.

985 – Magie

Wer mich kennt, weiss über meine übergriffige Art, immer und überall die Pfoten reinzustecken. Ich dagegen reklamiere nichts weiter als vielseitiges Interesse. Darum habe ich auch bei der Schwarzen Magie vorbeigeschaut. Zu diesem Zweck hatte ich mir eine Figur aus der Politik ausgesucht und bemühte mich, diesem Mann mit einer Zeremonie 7 Tage Brechdurchfall anzuhängen.

Mein Tisch war rasch dekoriert, eine schwarze Kerze gab es bei ALDI. Alles nett aufgebauit, Kerze angezündet und den passenden Zauberspruch laut vorgelesen:

Tabali Atuka Montelit
Tabali Atuka Montelit
Dein Glück Erdunkelt, Stirbt Und Erlischt.
Kissamu Balatas Merodeim
Kissamu Balatas Merodeim
Nur Unglück, Pech Und Schlechtes Bleibt.
Hebusto Malitako Tain
Hebusto Malitako Tain
Genau So Wird Es Sein.

Dann schrieb ich einen Namen auf einen Zettel, verbrannte diesen in der Kerzenflamme, dachte dabei an nichts anderes als an Brechdurchfall, und murmelte schliesslich:

Glück Verdunkelt
Paloma Runzelt
Glück Erloschen
Parasta Roschen
Glück Gestorben
Patina Korben.

Dann löschte ich die Kerze in meinem Kaffeebecher. Wer sich auskennt weiss, dass ich alles nach Vorschrift abgewickelt hatte. Drei Tage später sah ich im Fernsehn die verfluchte Person putzmunter als Gast in einer Talkshow. Gleichzeitig ist mir in der Küche der Milchreis so sehr angebrannt, dass ich den Topf in die Mülltonne versenken musste.

Ich fühlte mich an diesem Abend wie Goethe’s Zauberlehrling:

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke
Milchreis speisen
und mit reichem, vollem Schwalle
nur in schwarze Krusten beissen.

983 – Flash

Wenn ich auf dem Laufenden bin, dann gibt es aus der Transplantationschirurgie tatsächlich nichts wesentlich Neues zu berichten. Das ist für Menschen wie mich, die dringend ein neues Gehirn brauchen, recht unerfreulich, denn ich leide wie so viele daran, dass unser altes Hirn zum einen proppevoll mit Müll (Messie-Syndrom) und zum anderen veraltet ist und Leistungsmängel aufweist (Commodore C 64-Syndrom).

In diesem Zustand bin ich doppelt benachteiligt. Es ist schwer genug, der Gegenwart geistig zu folgen. Zum Beispiel wird mir der gesamte Handy-Kram ein ewiges Rätsel bleiben; 10-jährige zeigen sich verwundert darüber, dass so etwas wie ich überhaupt noch leben kann, ohne ein Smartphone zu besitzen.
Genauso übel ist, dass in meinen grossen Kopf so wenig Wissen hineinpasst. Ich bin dort einfach nicht zu Hause! Unglaublich, aber wohler fühle ich mich im Nicht-Wissen. Das ist wohl meine Welt, mein Schicksal. Beispiel:

Ich lese ein wenig, komme dabei vom Chaos zur Theogonie. Das sind 1.000 Verse von Hesiod, geschrieben um 700 vor Chr. Verdammt, denke ich, da steckt Theo drin, da geht es doch um Religion, und das zu Hesiods Zeiten, als meine Rasse noch auf Bäumen lebte und Tannenzapfen frass! Musst Du gucken, denke ich.

„Wahrlich, zuerst entstand das Chaos und später die Erde …“ (Vers 116)

Momentamal, denke ich, Hesiod, ein Bauer aus Böotien konnte nicht nur schreiben, er hat eine Schöpfungsgeschichte verfasst – weiterlesen – auf der die gesamte griechische Götterwelt aufgebaut ist, die länger als 1.000 Jahre die ethischen Masstäbe bestimmte? Der Mann hat den Vorläufer der christlichen Bibel geschrieben! Und ich habe nichts darüber gewusst!

Back to normal. Ich bin Atheist. Ich muss das alles nicht wissen. Die Welt dreht sich auch so ….. aber ich bin auch ein Messie ….. ich schmeiss nix weg ….. ein Glück, wenn ich`s vergesse. Oder es verschwindet in den 90% Hirnmasse, die angeblich ungenutzt bleiben. Auf diesen Gedanken reagiere ich ein wenig infantil und lege für mich fest: In den 90% steckt alles Wissen um mein ganzes Leben als Unbewusstsein. Und in den 10% aktivem Hirn ist verfügbar, was ich offen legen kann, wenn ich will. Mein Bewusstsein. Haut man mir auf den Dassel, machen die 10% auch dicht und warten ab, wie es weitergeht, also ob nun ein Doktor kommt, oder eine Axt. So ungefähr.

982 – Geständnis

Das da oben ist ein typisches Wahlplakat einer etablierten Partei. Es verspricht einen Wechsel. Klein Dööfchen glaubt nun an einen Wechsel der Politik zum Besseren, was immer die Phantasie dazu hergibt. Bürger mit politischer Bildung wissen es besser. Jene, die so plakatiert haben, wechseln am Wahltag die Unterhose, und das war’s.

Anders: In der Zeit vor Wahlen werden Wahlprogramme geschrieben. Wer braucht denn sowas?

Die Kandidaten brauchen sie als Erinnerungshilfe für alles, was getan werden müsste. Die Wahlprogramme beschreiben nie, was wirklich in der Zukunft auf dem Arbeitszettel stehen wird.

Parteiprogramme? Sie bestimmen, wo und wie sich eine Partei in der politischen Landschaft eingeordnet sieht. Sie sollten eigentlich die Basis für Wahlprogramme bilden. Aber man formuliert kunstvoll so weit in Theorien und Utopien hinein, dass man nicht festgenagelt werden kann.

Dann ist er da, der Wahltag. Ich stehe in Schlappen vor meinem Küchenfenster und starre in grüne Hecken. In meinem Hinterkopf steigt es auf, das Gespenst der staatsbürgerlichen Pflicht. Ich kratze mich am Hintern, aber das hilft nicht. Der Gedanke dominiert, dass ich 4 Jahre lang der letzte Arsch war, den man nach Belieben täuschen und betrügen darf – und plötzlich dieser Adel! Ich bin nun ein Staatsbürger!

Ich brauche nur 3 Minuten, um zu bemerken, dass man mich schon wieder verarscht. So eingestimmt checke ich die Kandidaten und ihr politisches Wirken in den vergangenen vier Jahren. Die sozialen Misstände in der BRD fallen über mich her wie ein Mückenschwarm. Und in einem Konglomerat von Wut, Trauer und Enttäuschung wähle ich. Zu Hause, in der Küche. Ich wähle eine zweite und eine dritte Tasse Kaffee. Mein Kreuzchen gehört mir, und das behalte ich !

Als Nicht-Wähler stärke ich die Extremisten? Was ist, wenn ich das will? Ha, ha, haaa!

981 – Erinnerungen

„Gibt es keine natürlichen Rechte, die älter und heiliger sind als alle gesellschaftlichen Konventionen? Es könnte dem Menschengeschlecht nur zum Heil gereichen, wenn man den Unterschied zwischen Bürgern und Fremden endlich vergäße und in allen zuerst und vor allem den Menschen sähe.“

So Honoré Gabriel Victor de Riqueti, comte de Mirabeau (1749 bis 1791), ein französischer Intellektueller.

Jahre später ging ein anderer dieser Zunft auf die Barrikaden, als nämlich eine Gruppe antisemitischer Offiziere einen Hauptmann des Generalstabs aufs Schafott schicken wollten, nur weil er Jude und Elsässer war. Emile Zola schrieb einen 34-seitigen Brief an den Regierungschef, in dem er für den Hauptmann Alfred Dreyfus eine Ehrenerklärung abgab; Dreyfus war in der Tat kein prodeutscher Verräter, und man hat ihn rehabilitiert. Zola’s Brief ist heute zu einer Floskel geronnen; man benutzt daraus nur zwei Wörter: „J’accuse“, meint „Ich klage an …..“.

Da ist als dritte Figur noch der Maler Paul Cezanne zu nennen, ein Freund Zola’s aus den Kindertagen. Diese Freundschaft endete, als Zola seinen Kumpel in einem Roman als erfolglosen Maler Lantier beschrieb. Das konnte Cezanne nicht verkraften, er war anscheinend absolut humorlos.

Was haben diese drei Figuren gemeinsam? Sie waren Bürger in Aix en Provence. Diese Stadt hat dem Grafen de Mirabeau ein Denkmal gesetzt. Die prächtigste Strasse heisst Cours Mirabeau.

Ich mag Aix, und ich mag die Franzosen. Aber die Franzosen mögen mich nicht. Ich habe einem Boucher, also einem Metzger endlos erklärt, dass seine Kalbsleberwurst mit Pilzen Crème forestienne heisst, und der sture Typ bestand vehement auf forestière. Bestand stur auf der Ansage, „forestienne“ gäbe es in seiner Sprache nicht, und hat dabei einfach ignoriert, dass das Wort existiert, denn ich habe es doch erfunden und benutzt!

Übrigens ein Gedicht, seine Crème Försterin!

980 – Traum

Meine Tochter kennt Taipei; ich war nie dort. Wozu auch? Allerdings kann ich mir vorstellen, mit Emirates nach Taipei zu fliegen, dort aber im Flieger sitzen zu bleiben und umgehend wieder nach Hause zu jetten. In der ersten Klasse!

Hauptsache keine Chinesen sehen müssen! Das wäre dann Luxus vom Feinsten. Und ich wäre doch noch in Taiwan gewesen, bevor Xi Jinping sich die Insel krallt.

Wenn ich dann, 82 Jahre alt und volltrunken wie 10 Russen in erholsamem Tiefschlaf über Hamburg kreisend fast wieder zu Hause bin, darf mich ein Herzinfarkt ins Jenseits befördern, und ich werde als Firstclass-Fluggast in einer geblümten GFK-Dose mit den Füssen voran aus dem Airbus A-380 getragen.

Diese Gesamtveranstaltung ist dann ein Tod wie aus dem Bilderbuch! Nahezu königlich! Oder? Schade, dass man das erstorben nicht erleben kann.

Solche Späße findest Du nicht lustig?
Dann hast Du ein Problem, ein böses.
Du gibst dem Tod Macht, die ihm nicht zusteht.
Merke: Lebend sind wir viel stärker als sie,
diese Figur mit der lächerlichen Sense.
Und tot kann uns das alles gleichgültig sein.

Und dann? Tja, und dann ….. schau’n wir mal.

979 – Stolpersteine

Ja, diese Steine sind schon alt,
sind seelenlos und eisig kalt,
liegen auf Deinem Weg ins Licht
und weichen nicht, sie weichen nicht!

Wenn Wut Dir Deinen Atem nimmt,
und Dich so richtig garstig stimmt
Schau in der Ferne glimmt ein Licht
vergiss die Liebe nicht!

Da hindert Dich das Dornenkleid
der Rose, Deine Einsamkeit
bleibt Dein Geheimnis, Du wirst sehen:
Es gibt kein Kommen und kein Gehen.

Wenn Wut Dir Deinen Atem nimmt,
und Dich so richtig garstig stimmt
Schau in der Ferne glimmt ein Licht
vergiss die Liebe nicht!

Du suchst in Dir nach Deiner Kraft,
die Schweres aus dem Wege schafft –
kann sein, Du spürst nur dünne Luft,
die Dich in Deine Schranken ruft!

Wenn Wut Dir Deinen Atem nimmt,
und Dich so richtig garstig stimmt
Schau in der Ferne glimmt ein Licht
vergiss die Liebe nicht!

978 – Zerrissen

Gestern zu viel RAMMSTEIN gehört.
Folge: Stil adaptiert und eigenen Text ausgewürgt.
Zweck: Nachschauen, ob ich das auch könnte.
Resultat: Es geht.

RAMMSTEINische Epic, written by RRisch:

Schau, diese Hand, die rechte,
sie ist die gute und die schlechte.
Heut wird sie zärtlich Dich liebkosen
doch morgen in den Abgrund stossen.

Und immer werden Tränen fliessen
und Seelen ihre bösen Krisen
im Schwarz der Trauer enden lassen,
dort, in des Lebens dunklen Gassen.

Sieh, diese Hand, es ist die Linke
sie greift zum Glas, hält fest, ich trinke.
Hält alles fest, was sie begreift
und was in mir zur Tat gereift.

Und immer werden Tränen fliessen
und Seelen ihre bösen Krisen
im Schwarz der Trauer enden lassen,
dort, in des Lebens dunklen Gassen.

ich bin gesegnet und verdammt
ich bin eiskalt doch auch entflammt.
bin böse, und doch voller Güte,
ein Stein und zugleich zarte Blüte!

Und immer werden Tränen fliessen
und Seelen ihre bösen Krisen
im Schwarz der Trauer enden lassen,
dort, in des Lebens dunklen Gassen.

977 – Abi

Dies ist eine Bundesregierung.
Tisch und Stühle gehören nicht dazu,
obschon gerade sie Garanten
für Solidität und Kontinuität sind.
Gerade den Stühlen wird viel abverlangt.
Schliesslich müssen sie aushalten,
dass sie täglich fremden Hintern
und allem Beiwerk ausgesetzt sind,
die solche Körperteile in der Lage sind
abzusondern.
Solche Sitzungen sind immer etwas rätselhaft.
Niemand weiss, was arbeitet.
Sicher scheint:
Oft sind es die Köpfe.
Das sind die runden Teile oben,
wo die Brillen angebracht sind.
Gelegentlich auch nicht.
Dann beginnen die Stühle heiss zu laufen.

Die Männer im Hintergrund,
die in Trauerkleidung
sind Dolmetscher.
Sie übersetzen ins Bayrische, Schwäbische,
Ost – und Nordfriesische,
ins Pfälzische, Fränkische usw.

Mehr weiss ich auch nicht.
Nur noch, dass ein Bundestag 4 Stunden dauert.
Den Rest haben sie frei.

976 – Momentaufnahme

Es ist fast Sonntag. Ein Tag mit Sonne, und mit frühsommerlicher Wärme. Das hat mich nun doch vor die Haustür getrieben. So sass ich in meinem Rollator draussen und dachte unangestrengt vor mich hin. Beispielsweise konnte ich auf die Reihe kriegen, dass meine Familie über 6 Autos verfügt. Da sind ein Defender, ein neuer Camper, zwei alte PKWs, ein kaputtes Fahrrad, und ein Rollator. Die Schubkarre zähle ich nicht mit. Nun soll ein PKW verkauft werden. Also waren Fotos fällig, und ich sass recht unpassend. Daraus einwickelte sich der Plan, den alten Mann auch anzubieten, meinetwegen über eBay-Kleinanzeige, mit Hinweisen wie „Alter Mann, 81 Jahre gelaufen, in schwarzem T-Shirt“ und „auch in weissem T-Shirt zu haben“. Heiliger Aloysius, dachte ich, und schaute an mir runter. Die Farbe meiner Unterarme! Die haben Jahrzehnte lang keine Sonne gesehen. Ich überlegte, welche Farbe in das Angebot geschrieben werden müsste – vergeblich. Die Wahrheit: Mein ganzer Korpus ist mittlerweile „farblos und intransparent“. Also nicht mal schweinchen-rosa!

Mir scheint, ich brauche einen Visagisten, der mich präsentabel macht. Präsentabel wofür? Weiss nicht. Keiner weiss, was kommt. Und wer will schon mit dem Habitus des Mehlwurms durch das Leben gehen, oder mit dem Dorfbäcker verwechselt werden, der immer mit mehligem Gesicht aus der Backstube kommt, um einen Korb mit kranken Polenbrötchen aufzufüllen?

Ob ich mir für eine gute Verkaufsshow ein tintenblaues T-Shirt mit Pailetten-Applikation kaufe? Oder habe ich jetzt zu viel Sonne abbekommen? Immerhin sitze ich längst wieder am Schreibtisch und pfeife auf eine Vitamin-D-Dusche. Das wird schon. Das geht wieder weg!

975 – Krank

Je grösser eine Notlage eines Staates,
desto stärker bei den Regierenden die Inkompetenz.

Gott, ist das schlau! Also anders:

Ich war krank. Malaise mit dem Herz-/Lungenbereich. Ging zum Doktor.
Kriegte 3 davon, ein Allgemeiner, ein Kardiologe und ein Pneumologe. Die drehten mich 5 Stunden lang durch den Wolf, setzten sich zusammen und entschieden Therapeutisches. Teufel, dachte ich, das war gut gemacht.

Nun ist die EU krank. Pandemie mit Covid-19. Bearbeitet wird der Fall von einem Kohlenhändler, 3 Kartoffelbauern, einem Bilanzbuchhalter, 5 Lehrer, alle Altphilologen, einem Imbissbudenbesitzer und zwei Türken, die gut Döner können. Teufel, denke ich, das ist garnicht gut gemacht!

Ich flüchte in meine Hütte und schliesse alle Türen von innen ab. Schalte meinen Fernseher ein. Soeben doziert ein Virologe. Aha, denke ich, das wird gut gemacht. Plötzlich fällt mir mein Gesicht in den Schoss. Der redet von einer Epidemie! Wir haben aber Pandemie!

Ich zappe. Da sitzt in einer Gesprächsrunde der nächste Virologe, ein MdB, von dem ein Kollege erzählt, das sei eine ganz faule Sau. Ausser TV machte der garnichts. Teufel, denke ich, das gibts doch nicht, bin ich zu dumm für diese Welt und verstehe immer nur „Bahnhof “ ? Oder hab ich was mit den Ohren?

Ich schalte die Glotze aus, fahre meinen PC hoch und schreibe irgend einen Schaaß, wie das in der Wiener Vulgärsprache so schön klingt. Ich nehme mir die Freiheit, zu resgnieren, lehne es ab im 7/24-Modus knietief in der Schaaß zustehen. Es mag falsch sein oder richtig, aber in bin wieder in meiner eigenen Gedankenwelt. Die kenne ich, und die kann ich aushalten.

Nun fallen mir zwei Fehler auf.

  1. Ich habe mein Thema krass verfehlt, und statt dessen geblubbert.
  2. Ich habe noch nichts über Gänseblümchen geschrieben.

Shame on you, old man!

974 – Erklärung

Mal so gesagt: Mir hat meine frühere Rolle als Professor für Humanveterinärmedizin gut gefallen. Man ist Autorität, man gräbt in unbekannter Erde, und hat – wie sagt man? – man hat tierisches Vergnügen dabei. Dafür nimmt man in Kauf, dass es richtige Maloche ist, immer ein wenig an der Humanmedizin, der Wirklichkeit also entlang zu fabulieren. Dabei entwickelte ich, als Nebenprodukt, ein tiefes Verständnis für Medizinstudenten, die von A bis Z, oder wie mir einer erklärte, von Arsch bis Zyste alles büffeln müssen, was ihre Bibel, der Pschyrembel hergibt, dieses Nachschlagewerk umfasst an die 50.000 Artikel, geschrieben von 210 Medizinern, und immer aktuell!

Wozu das Ganze, meine Schweine-Texte? Es ist nur Fake. Man muss es in seiner Gesamtheit als solchen erkennen. Für Nicht-Mediziner sind die Details nicht interessant – Hauptsache, es klingt nach wissenschaftlicher Kompetenz. Das Schwein steht jedoch immer im Mittelpunkt; so ist es kaum möglich, sich in die Realität zu verirren.

Ich würde die drei Artikel liebend gerne für 60.000 oironen an die Chinesen verkaufen. Sie lieben Schwein über alles – besonders auf dem Teller. Und sie lieben Kopieren über alles.

973 – ich

Selbst in Stein gesetztes Menschenwerk hat in der Natur keinen Bestand. Irgendwann – und Mutter Natur ist geduldig und hat endlos Zeit – also irgendwann bekommt sie zurück, was man ihr genommen hatte. Und sie verwertet, was sie vorfindet.

Da war ein Wasserschlösschen, Menschen haben es gebaut, Menschen haben es zerstört. Mutter sagt „Her damit, ich mach was draus“, und sie macht alles grün, ihre Basisfarbe für den blauen Planeten.Nun könnte man sich fragen, wer oder was die Natur eigentlich ist.

Ängstliche und Ratlose flüchten bei dieser Frage umgehend in die Religion. Dort bekommt man, was man braucht, und was Sicherheit gibt. Ich muss auf dieses bewueme Sicherungsnetz allerdings verzichten. Ich habe keine Religion. Anders gesagt: Ich stehe im Regen.

Nun muss ich gestehen: Ich mag das überhaupt nicht. Andererseits: Gäbe es Antworten – ich würde sie nicht begreifen können; dazu fehlt mir Hirn. Zum Aufgeben fehlt mir der Charakterzug; ich bin ein Pitbull, allerdings mit schlechten Zähnen. Was passiert? Ich formuliere mir infantile Fragen bis hinein in die Astrophysik – und bleibe kleben wie die Fliege im Leim.

Auf die gleiche Weise gehe ich vor in der Chemie, so um die Frage, warum Wasser lila wird, wenn ich Kaliumpermanganat einrühre und tiefer – und bleibe kleben. Es ist ein Bild des Jammers, eine schlecht gezeichnete Karikatur.

Dann sitze ich da und starre aus dem Fenster; ein erster Lehrsatz formuliert sich fast von selbst:

Die Natur ist wie eine Leberwurst. Sie hat wie diese oben und unten einen ungeniessbaren Zipfel.

Zweiter Lehrsatz: Alles, was wir kennen, ist drinnen. Ob ausserhalb etwas existiert, wissen wir nicht.

Numero drei: Die Natur ist ein axiomatisches System. Es gibt nichts, wovon sie abgeleitet werden könnte. Darum sind tiefer gehende Fragen unsinnig.

Es ist gleichgültig, an welchem Wurstende man sich womit festgefahren hat, ob ganz oben in der Vielzahl der Universen oder ganz unten in der Chemie vor einem Gaschromatographen. Ich stehe tatsächlich auf der Schwelle nach draussen – direkt in die liebevollen Arme eines Mitglieds der Götterwelt. Da trete ich doch erst mal drei Schritte zurück, in die Wartezone und hantiere zur Tarnung mit Zeit und Ewigkeit!

972 – Die kranke Sau (aufgewärmt)

Fachaufsatz: Der Schweinepriester als Therapeut und Forscher

  • Handout zum Kolloquium –
  1. Danksagung

Der besondere Dank des Autors richtet sich an einen jungen Mann, der nach dem Studium der Philosophie, der Psychologie und des Orgelspiels über das Internet sein Fachwissen zu unserem Thema zur Verfügung gestellt hat. Es ist Martin Fegg, der sich im Rahmen seines Dissertationsprojekts an der LMU München mit der Lebensqualität von Tumorpatienten befasst.

  1. Einleitung

Die hier vorgetragenen Gedanken sollen Therapie-Ansaetze aufzeigen und zugleich Forschungsgegenstand werden. In der modernen Medizin sind Ansätze zur ganzheitlichen Therapierung Schwerkranker unverzichtbar geworden. Ist doch ein nachhaltiger Heilungserfolg auch durch die psychische Konstitution des Patienten fundiert.
Zur Beurteilung und Verbesserung oinkologischer Therapien sollen auch Kriterien der Lebensqualität herangezogen werden. Der Vorteil dieses Ansatzes gegenüber der klassischen, auf die Physis ausgerichteten invasiven Therapien (Nuklear- und Chemo-Th.) besteht in der Aktivierung des Immunsystems und der Ausschaltung psychosomatischer Effekte während und nach der Erkrankung. Populär gesagt: Es sollen die allseits vermuteten Selbstheilungskräfte stimuliert und ein Rückfall (Rezidiv) verhindert werden.Der vorliegende Text befasst sich ausschliesslich mit der seelsorgerischen (psychotherapeutischen) und der forschenden Aufgabe des Schweinepriesters.

  1. Forschung

Es sollte in einer klinischen Studie die Lebensqualität von Verwammungspatienten untersucht werden, bei denen eine Hochdosistherapierung als kurative Therapieform durchgeführt wird. Ziel ist, Interdependenzen zwischen physischen und psychischen Zuständen unter der Bedingung optimaler, ganzheitlicher Betreuung des Verwammungspatienten zu erkennen, und diese Erkenntnisse in neue Therapieformen umzusetzen.Es müssen international validierte Messmethoden zu verschiedenen Zeitpunkten zum Einsatz kommen. Dabei werden auch Parameter gemessen, die die Krankheitsbewältigung, und die soziale
Unterstützung (Coping) des Verwammten, sowie seine subjektive Krankheitstheorie widerspiegeln. Körperliche, psychische, soziale und funktionale Aspekte sind während der drei Phasen der Verwammung zu erheben und gegen die Resultate einer Kontrollgruppe Gesunder zu vergleichen. Messzeitpunkte liegen vor, während, 6 Wochen, 3, 6, und 12 Monate nach der Nuklear- und /oder Chemotherapie.
Folgende Fragestellungen wären zu untersuchen:
Lässt sich ein positiver Effekt supportiv-psychotherapeutischer Intervention auf die Lebensqualität, die Dauer und die Qualität des Heilungsprozesses messen?
Welcher Zeitpunkt ist für die psychotherapeutische Intervention am günstigsten?
Wie foerdert der geplante psychosoziale Support Kausalitäten, die im Dienste der Krankheitsbewältigung stehen?
Wird das subjektive Erleben der mit Verwammung und Behandlung verbundenen Symptome und Nebenwirkungen beeinflusst?
Insbes. sind hier die mit dem Versülzungsprozess einhergehenden Symptome, die wir Ferkelei, Schweinerei und Sauerei nennen, einer kritischen Beobachtung zu unterziehen. Insbesondere wäre hier von Interesse, inwieweit die von der Oekotrophologie fuer Verwammte und Versülzte geforderte Trennkost-Ernährung lipolytische Effekte hervorruft, ohne die Lebensqualität des Patienten zu beeinträchtigen.

  1. Psychotherapeutische Intervention

Sie soll mit den Mitteln des Autogenen Trainings, der Entspannungsmethode nach Jacobson und mit einer Kurzzeit-Psychotherapie ueber einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten durchgeführt werden. Der Einfluss dieses Ansatzes auf die Lebensqualität kann anhand von zwei zeitversetzt behandelten Gruppen untersucht werden.
V o r Beginn der Hochdosistherapie werden die Patienten in einer offenen Gruppe ueber ca. 5 Wochen in die Technik des Autogenen Trainings eingeführt bzw. darin unterstützt, ein bereits bekanntes Entspannungsverfahren wieder zugänglich zu machen.
W ä h r e n d des stationären Aufenthalts zur Hochdosistherapie sind regelmässige psychotherapeutische Kontakte vorzusehen, um die Verwammten bei der Bewältigung der körperlichen und seelischen Belastungen dieser Behandlung zu unterstützen.
N a c h der Entlassung wird eine Einzel- Kurzzeitpsychotherapie, die ca. 25 Stunden umfasst, angeboten. Diese Massnahme soll Ressourcen aktivieren und die Selbstregulierungskräfte foerdern. Daran anschliessend wird den Patienten eine Selbsthilfe-
und Angehörigengruppe offeriert.

971 – Veterinärmedizin (aufgewärmt)

Fachaufsatz: Die Verwammung bei Schweinen

1.Einführung

„Nix is!“ So lautete die Diagnose der Veterinärmediziner noch in der Mitte dieses Jahrhunderts, wenn ein Schwein sein artgerechtes Verhalten verloren hatte. Die Notschlachtung war vorprogrammiert – und im Extremfalle hatte der Schweineversicherungsverein fuer einen Schaden einzutreten, und der Abdecker seine Freude.Was war geschehen?
Das Schwein zeigte atypisches Verhalten, dessen Ursache nicht erkannt wurde. Es versuchte, mit Hühnern zu kuscheln. Eber werden schwul, Sauen zeigen lesbische Anlagen. Kataleptische Zustaende führten zu Schlachtungen bei lebendigem Leibe.
Spasmen lösten beim Bauern Phobien aus, die den Gebrauch von Schusswaffen gegen „die wildgewordene Sau“ zur Folge hatten. Desorientierung war an der Tagesordnung.Erschwerend wirkte sich die veraltete Trennung der Tiermedizin von der Humanmedizin aus. Erst zu Beginn unseres Jahrtausends zog der Fortschritt auch in den Schweinekoben ein. Fortschrittlich gesinnte Humanveterinäre erforschten das hier behandelte Problem, beschrieben es, und zeigten erste Ansaetze sachkundiger Diagnostik und Behandlungsmethoden auf.
Der folgende Beitrag soll aufzeigen, dass das Phaenomen der Verwammung bei Mensch und Schwein gleichermassen auftritt. Die Uebertragbarkeit von Art zu Art und die damit verbundenen epidemologischen Aspekte sollten an anderer Stelle abgehandelt werden, ebenso die Übertragbarkeit von Therapien.

2.Das Wesen der Verwammung – ein chemischer Prozess

Der Primäreffekt der Verwammung wird durch hydrophile, makromolekulare Substanzen, die in Wasser löslich (!) oder dispergier- und quellbar sind, oder die hochviskose Lösungen oder Suspensionen bilden, erzeugt. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften, grosse Mengen Wasser zu binden, werden sie auch als Hydrokolloide bezeichnet.
Die eintretende Zustandsänderung einer kolloidalen Loesung (Sol genannt), bei der durch Ausbildung eines dreidimensionalen, lockeren Netzwerks die flüssige Phase immobilisiert und ein Gel ausgebildet wird, ist gemeinhin kurz als Versülzung bekannt. Hierzu ist eine Variante erwähnenswert:
Neben der Gelantine können auch Polysaccharide als Ursache der Versuelzung festzustellen sein; Auslöser sind Stärke und ihre Derivate (saustark!), Pektinstoffe (s. Schwein mit Apfelbaeckchen), Cellulosederivate(Cellulitis-Schinken) oder Alginate aus Meerespflanzen (Meerschwein(chen)).
Bei allen Formen der Schweine-Verwammung ist die Einlagerung von Lipoproteiden in die Wammenstruktur charakteristisch. Es handelt sich um eine hochmolekulare Substanz, in der Eiweisstoffe mit fettähnlichen Substanzen (Lipoiden) verbunden sind.
Wie manifestiert sich – biologisch betrachtet – die Schweineverwammung?
Sie ist – vereinfacht gesagt – eine Kombination von Alzheimer und Karzinom.
Sie bildet exogene Strukturen, aber auch endophytische , also in das Innere der Gehirnstruktur wachsende Elemente, vergleichbar mit Extremitäten, Füssen zum Beispiel, jeweils zu Dreierkombinationen ausgebildet. Sensationell ist die Entdeckung, dass die Anzahl der Tripoden immer „sieben“ beträgt. Nicht mehr, und nicht weniger. Für dieses Phaenomen hat die Wissenschaft keine Erkärung.Die Konsistenz der Verwammung fallweise zu ermitteln, ist Aufgabe der Diagnostik; die Therapierung muss unbedingt auf den Auslöser der Versülzung abgestimmt werden.

3.Die wammologische Diagnostik – Begriffsbestimmung

Die Wamme ist eine auf der Unterseite des Halses befindliche Hautfalte, die von der Kehle bis zur Brust reicht. Der Eindeutigkeit wegen hat die Wissenschaft diesen Begriff für das Schwein adaptiert, obschon es erst im Greisenalter eine solche Hautfalte auszubilden in der Lage wäre, würde es dieses Greisenalter je erreichen.
Die wammologische Diagnostik (WD) fasst alle herkömmlichen röntgenologischen Verfahren zur Erkennung kanzerogener oder kolloidaler Anomalien zusammen. Sie können in jedem Standardwerk der Röntgendiagnostik nachgelesen werden.
Den Königsweg bietet die Computer-Tomografie in Verbindung mit der Feinnadelbiopsie.
Begründung:
Hochpräzise Darstellungen pathologischer Gewebeveränderungen bietet zweifelsohne die Kernspintomografie; es ist allerdings schlicht unmöglich, eine 3-Zentner-Sau durch den engen Ring zu schieben.
Röntgenbilder bieten bekanntlich oftmals ein Szenario, das selbst erfahrenen Diagnostikern den Schweiss auf die Stirn treibt. So verbietet die hydrogene Beschaffenheit der Versülzung die einfache Röntgenologie.
Auf andere Verfahren wie die Sonografie soll hier nicht eingegangen werden. Ihre Ergebnisse sind gleichermassen unpräzise und darum abzulehnen.

4.Die Anwendung der wammologischen Diagnostik

Darstellung und Lokalisierung der Verwammung sowie deren Biopsie stellen heute kein Problem dar. Einzig die Technik der CT verdient einige erklärende Anmerkungen.Zunaechst ein wichtiger Hinweis:
Die Normsau aus industrieller Haltung ist bekanntlich mit Wachstumshormonen überversorgt. Einschlägige Erfahrungen aus der Wammografie ergaben, dass Hormongaben über einen langen Zeitraum Veränderungen des Gewebes in der Form von höherer Dichte herbeiführen, sodass Gewebswucherungen – gleich welcher Art – nur schwer erkennbar sind. Darum ist bei der Auswertung der CT stets der erfahrene Schweinediagnostiker gefordert.
Der Humanveterinär erhält zuverlaessige CT-Informationen dann, wenn das Schwein über die Wamme zum Gehirn durchleuchtet wird, also auf dem Rücken liegend, in einer 90-Grad Stellung zum Tisch, und anschliessend in Seitenlage. Warum dies?
In 90 % aller untersuchten Fälle beginnt die Versülzung im Bereich der Arachnoidea und überwuchert diese. Die top down-Sicht ist darum von primärer Bedeutung, sie klärt auf über die Ausdehnung der Versülzung. Die Information aus der Seitansicht gibt Aufschluss darüber, wie viel Raum dem Wachstum nach oben, also bis zu Schädeldecke verbleibt. Hieraus bestimmt sich der Druck auf die äusseren Gehirnregionen, und letztendlich – für den Bauern – die Zeit bis zu unkontrollierbaren Zuständen.Es bleibt zu erklären, warum über die Wamme, und nicht über die Schädeldecke nach unten geröntgt werden muss. Die Antwort liegt auf der Hand: Die Knochenmasse ist dichter als das Kolloidgel der Versülzung. Der Blick durch die Weichteile ergibt ein genaues Szenario, der Blick durch die Schädeldecke zeigt Ihnen nur – die Schädeldecke.

970 – Veterinärmedizin (aufgewärmt)

Fachaufsatz: Sus scrofa domesticus religiosus

Eine Betrachtung religiöser Neigungen des Hausschweins (Kurzfassung) –

  1. Abgrenzung

Es ist zunaechst unmissverständlich zu erklaeren, dass bei der Beobachtung religiös veranlagter Hausschweine in keinem Falle Hinweise auf Praktiken des Christentums, Islams oder des Buddhismus festzustellen waren. Verbindungen zu diesen Religionsgemeinschaften, gleich welcher Art, herzustellen, wäre wissenschaftlich ein Irrweg, menschlich inakzeptabel
und rechtlich ein Straftatbestand.

  1. Definition

Religiöse Neigungen beim Hausschwein sind nicht mit praktizierter Religion gleichzusetzen. Ihre Beobachtung erweckt lediglich den Anschein, sofern der Betrachter nicht in der Lage ist, seine menschlichen Massstäbe temporär auszuschalten.
Es deutet alles Verhalten des Schweins darauf hin, dass ausschliesslich animalische Triebe quasi-religiöse Pseudo-Handlungen initiieren. Weitergehende Erklärungen des Phänomens wären rein spekulativ und wissenschaftlich nicht haltbar.

  1. Hinweis auf historische Grundlagen

Im Verlauf der Domestizierung der Gattung Sudae hat es viele Hinweise auf deren rituelles Verhalten gegeben. Hierzu ist anzumerken, dass mit der Nähe des Menschen zu seinem natürlichen Umfeld auch die Akzeptanz schweinischer Verhaltensweisen einherging.

Beispielhaft wird hier der früheste, authentische Fingerzeig zitiert. Es entstammt dem Mahayana (grosses Fahrzeug), in dem buddhistische Ethik formuliert ist. Es entstand um 200 n. Chr.Hieraus, und dort aus dem „Freundesbrief“ Nagarjunas ist zu zitieren:

“ Schwerer ist es, aus der Tierheit Dunkel
einen Weg zum Schweinsein zu finden,
Als für eine Schildkröte im Meere,
In ein Joch den Kopf emporzuwinden.
Wandle so als Schwein auf dieser Erde,
Dass die Schweinerei auch sichtbar werde!

Makellos und unbefleckt bewahre
immerdar die echte Schweinigkeit,
Erde ist der Boden allen Lebens,
Deine Religion der Boden der Vollkommenheit.
…..

  1. Empirische Zusammenfassung

In einem Zeitraum von 100 Tagen wurden 47 bäuerliche Betriebe mit insgesamt 5987 Schweinen der Rasse Sus scrofa domesticus in die Beobachtung einbezogen. Ueber die Klassifizierung nach Alter, Geschlecht, Gewicht und Besonderheiten der Haltung sowie dasAlter des Betriebsinhabers soll hier nicht berichtet werden. Ebenso muss auf detaillierte Erfahrungsberichte zu einzelnen Stichproben verzichtet werden. Signifikant sind die folgenden Erkenntnisse:

4.1 Allen weiblichen Gruppen ausgewachsener Sauen ist gleich, dass die Ausübung pseudo-religiöser Handlungen uniform scheint; sie besteht im Niederlassen auf die Knie, also das Einknicken der Vorderbeine, im Schliessen der Augen und dem Äussern eines leisen Pfeiftons. Der Rüssel ist gesenkt. Ebenso ist diesen Probanden gemein, dass sie sich stets in jene Richtung niederknien, aus der sie das Ankommen von Futter vermuten oder erwarten.

4.2 Allen männlichen Gruppen ist wiederum gleich, dass sie sich ohne Ausnahme in Richtung der favorisierten Sau knien. Sie scheinen ständig die Rausche zu erwarten.

4.3 Aus diesem Bild wurde über Jahrzehnte abgeleitet, dass die merkwürdige Haltung der Sau eine Sonderform der Duldungsstarre sei, mit der der Eber zum Akt aufgefordert würde – ein Irrtum, wie wir heute wissen.

4.4 Die Ferkel jeden Alters zeigen erste Ansätze zur Ausübung des Rituals; naturgemäss sind sie undiszipliniert, müssen durch die Muttersau zurechtgewiesen und zurechtgerückt werden. Ferner scheint ihnen die Ausdauer zu fehlen.

4.5 Allen Erwachsenengruppen ist gemein, dass die Andachtshaltung länger als drei, und weniger als sieben Minuten andauert, sofern die Sau nicht abgelenkt wird. Ablenkung in diesem Sinne erfährt sie regelmässig, wenn das Kraftfutter gebracht wird. Sie beendet dann ihre Andacht, um zu fressen.

4.6 Die männlichen Schweine beenden ihr Ritual dann, wenn die Sau dies tut. Anschliessend besinnen sie sich auf ihre Rolle, zeigen kurz Imponiergehabe, und begeben sich anschliessend zum Futtertrog.

4.7 Sofern das Trockenfutter noch nicht eingetroffen, das 7- Minuten-Ritual jedoch abgewickelt ist, lässt die Sau sich so fallen, dass ihr Hinterteil in die Futterrichtung zeigt. Der Eber scheint dann unschlüssig und beginnt, die Ferkel zu jagen. Sind keine in Reichweite, so jagt er fiktive. Die Sau zeigt ihm deutlich, dass sie solches Verhalten ablehnt. Sie äussert einen lauten Grunzer und schliesst die Augen.

4.8 Es werden jeweils in der Zeit der Dämmerung, also einmal am frühen Morgen und einmal am frühen Abend solche Andachten durchgeführt.

4.9 Die Ankunft von Trockenfutter beschliesst die Zeremonie, hebt die Unterschiede im Verhalten auf.

  1. Schlussfolgerung

Zweifelsohne besteht ein Zusammenhang zwischen Ritual und Fütterung. Es konnte nicht abschliessend geklärt werden, ob
die Verehrungshaltung dem Trockenfutter oder dem überbringenden Menschen gilt; in zwei Fällen führte das Ausbleiben des Menschen beim Einsatz mechanischer Futtermittelversorger zu Irritationen im Koben. In zwei weiteren Faellen wurde Diarrhoe und Entspeckung beobachtet, und in weiteren 7 Fällen waren Irritationen erst dann zu beobachten, als Trockenfutter ohne Fischmehl gereicht worden war.
Der Zusammenhang zwisch Fischgeruch und Bauer blieb ungeklärt.

Mögliche Rückschlüsse auf die Fütterungsgewohnheiten in den vergangenen 18 Jahrhunderten werden in einem gesonderten Projekt untersucht. (S. Punkt 3.)

969 – Phänomen

Ein märchenhaftes Bild reizt die Sinne, verführt zum Träumen. Aber zerstörtes Gemäuer lässt auch Geheimnisse vermuten. Der Zauber eines kleinen Stückchens Welt hat jeden Besucher beeindruckt und viele Geschichten entstehen lassen, die man gnädig dem Ressort Sagen und Märchen übereignen darf. Einige Eingeweihte, die man täglich auf dem Gewässer sieht, haben jedoch auch Fakten vorzuweisen. Heute ist wieder so ein kompletter Tag am geheimnisvollen Gewässer. Am Ufer, nahe des Torbogens trieben drei tote Menschen.

Zwei Männer in Gummizeug waren mit einem e-getriebenen Boot unterwegs, entdeckten die Toten und holten sie an Bord. In Plastiksäcke eingepackt brachte man die Körper in die nahe Kreisstadt und übergab sie den Pathologen. Hätte es Zuschauer gegeben, so wäre diesen aufgefallen, wie routiniert die Bergung der Leichname durchgeführt wurde. In der Tat machten die beiden Männer keine grosse Sache aus dem Fund. Sie müssen diesen Job mehrfach im Monat erledigen. Richtig. Das heisst, dass man monatlich zwischen 6 und 15 Tote bergen muss, und dies im Verborgenen. Man wollte keinesfalls in BILD über den „See der toten Leichen“ lesen und provozieren, dass die dort irgendwann „lebende Leichen“ draus machen.

Nein, der Hauptgrund liegt in der Tatsache, dass man seit knapp einem Jahr tote Menschen findet, die zweifelsfrei nicht ertrunken sind, sondern allerlei letale Krankheiten zeigten, Menschen, deren Identität nicht festgestellt werden konnte. Man hat inzwischen 98 Körper eingesammelt, untersucht, kremiert und irgendwo in einem Friedwald bestattet.

„Setz Dich, Papa, und hör mir mal ganz kurz zu!“ Hans, einer der beiden Leichensammler zuckte erschreckt zusammen, gehorchte seinem Sohn Paul, indem er sich einen Dreifachen eingoss und in einem tiefen Sessel Schutz suchte.
Paul, sein Sohn war 15, ein gelerntes Mathe-Genie und seit Monaten damit befasst, Einstein´s Relativitätstheorien auf Fehler zu untersuchen.

Paul dozierte.
Unser Universum ist Raumzeitkontinuum k1- Paralleluniversum also k2. Dunkle Materie – Risse – Kontakte k1+k2 zufällig, Kontakte mit Rissen und schon fällt etwas aus k2 rüber in k1, und wenn in k2 ein Friedhof und in k1 ein See über einem Riss …. die haben nun Wasser in den Gräbern und wir ein paar Gestorbene im See ….. das ist doch nichts als ein kosmischer Zufall!

Sprach’s und wandte sich seinem Einstein zu. Paul grummelte etwas von Symmetrie der Zeitdilatation, drehte sich kurz um und ermahnte seinen Vater: „Red nicht drüber, oder Du landest gefesselt und geknebelt beim Psycho-Doc, und bist Deinen Job los!“

Hätte Vater am See gesessen, so hätte ihn nun ein „Plop ….. plop“ aktiviert.

968 – Garnichts

Müssiggang ist aller Laster Anfang.
So der Volksmund.
Warum schreibe ich das jetzt hier hin?
Ich bin mal ganz ehrlich:
Weil mir nichts Besseres einfällt.
Ich tippe in der Hoffnung,
dass nun ein wenig Stoffliches
hochblubbert,
und aus mir heraus.
Ich warte.
Und es blubbert tatsächlich.
Was hoch kommt ist dünn wie Wasser.
Bildet keine Pfützen,
verrinnt im Sand.
Ich warte weiter.
Plötzlich finde ich,
der Spruch sei unbrauchbar.
Wie eine Gabel ohne Zinken:
Beginnt das Laster nun mit,
oder nach dem Müssiggang?
Ist doch wichtig zu wissen,
wenn man sich korrigieren soll!
Merkst Du was?
Es ist so, wie meine Tochter sagt:
Der findet immer was zum Meckern!
Wenn nichts hilft, dann das.
Und es ist so, wie ich oft sage:
Irgendwas geht immer.
Sie sagt: Quäle die Leute
doch nicht mit so was!
Und ich: Die quälen sich selbst,
wenn sie sowas lesen!
Frag mich bloss nicht,
warum sie lesen
Ich tue es doch auch nicht!

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