Was ist Zeit – was ist Ewigkeit?

Was sind Zeit und Ewigkeit? Ich: Gab es nicht.
Beide Begriffe sind menschen-gemacht.
Die Zeit ordnet, und die Ewigkeit gibt der
unbegrenzten Zeit ihren Namen.
 
Nun stellen wir uns vor, dass für jeden und
für alles Bewegte in unserem Universum ein
Stück Gummiband existiert,
das in einem riesigen, fiktiven
Schuhkarton abgelegt ist.
Es gibt je eines für die Ameise, für mich,
für unsere Sonne, für unsere Galaxie.
Alle persönlichen Ereignisse  sind auf diesem Band
verzeichnet, wie Anhänger am Bettelarmband.
Und ich kann mit eigener Energie
dieses Band dehnen, also meine Existenz
ein wenig verlängern.Wir Menschen haben
zur Orientierung ein Zeitsystem installiert.
(Ich bin sicher, dass die Ameise ohne diese
Hilfe auskommt.) Und die Sonne ebenso.
Ihr Band scheint endlos, und ist doch endlich.
 
Tja, wenn ich gestorben bin, packt meine
Seele den ganzen Krempel zusammen und
verschwindet in einem Parallel-Universum –
oder sie löst sich einfach auf.
Wenn alles gestorben ist, also auch unsere
Galaxie, wird die Ewigkeit zu einem Nichts.
Aber das dauert noch ein wenig.
 
Mit diesem naiven Bild komme ich zurecht.
Mit den Erklärungsversuchen aus der Physik,
der Religion und der Philosophie
kann ich nichts anfangen.

Nachgedacht 23

Neulich habe ich die „Schüler-Woche“ eines
14-jährigen Jungen „durchkalkuliert“.
Es stehen 168  Stunden pro Woche zur Verfügung.
Der fixe Zeitaufwand inkl. Sport liegt bei 145 Stunden.
Als „freie Stunden“ bleiben 23, und diese werden
verbraucht für „Abhängen“ mit Internet, Musik, Games etc.
 
„Früher war er sooo ein liebes Kind!“
Ja, das war er. Aber wann und warum ist er
das heute nicht mehr?
Zunächst wird ein Kind durch die Familie geprägt.
Danach übernehmen Schule und die Strasse
diese wichtige Funktion. In der Familie
macht nun jeder sein Ding. Der Nachwuchs
ist ja nun alt genug und muss selbständig
werden. Leider ist in dieser Lebensphase
die Sozialisation noch längst nicht abgeschlossen.
So wird der Familiensinn als Schwachpunkt
in das Unterbewusstsein verdrängt,
und man unterwirft sich dem Gesetz der Strasse.
Dessen schärfste Waffe ist der bedingungslose
Egoismus. Junge Menschen mutieren zu Kotzbrocken.
Und man muss froh sein, wenn sie sich nicht
bewaffnet auf den Kriegspfad begeben, weil sie
an der Wirklichkeit verzweifeln.
 
Diese böse Entwicklung gleicht dem Roulette.
Man verspielt gedankenlos die
gedeihliche Zukunft der eigenen Kinder.
Aber Geld heilt alle Wunden. Das muss reichen.

Ein Paradoxon

Für Freunde des Wortspiels
 
Je mehr Käse, desto mehr Löcher;
je mehr Löcher, desto weniger Käse.
Daraus ergibt sich:
 Je mehr Käse, desto weniger Käse.
 
Logisch?

Selbstzweifel

Wenn ich länger als 5 Sekunden in einen
Spiegel sehe, so ändert sich zwar nicht mein
Spiegelbild, wohl aber meine Meinung
über mich selbst. Das geschieht immer.
Der Grund ist stets die  triviale Feststellung:
„Was für ein Narr schaut mich da an?“
 
Meine Phantasie setzt mir unversehens
eine Narrenkappe auf, und ich bin darob
überhaupt nicht amüsiert. Verliere mich
in Analysen und Selbstvorwürfe zu meiner
Art, zu leben. Ein Stehkragen-Prolet
scheint mutiert und für ein zivilisiertes
Leben unbrauchbar geworden.
 
Nun ist auch noch Karl Lagerfeld gestorben.
Ich müsste dringend zwei Jogging-Hosen kaufen,
bevor Mangelwirtschaft die Modewelt beutelt.
 
Ach ja! Ich habe herausgefunden, dass wir alle
eine Narrenkappe besitzen!
Eigentlich sollte ich mich in der Masse
sicher fühlen ….. zudem besitze ich noch
immer zwei Krawatten!

Verschwiegenes

James Madison war Co-Autor
der Verfassung der Vereinigten Staaten
von Amerika (1788), und der 4. Präsident.
Zitat:
„Jede Regierungsform muss so gestaltet sein,
dass sie die Minderheit der Reichen
gegen die Mehrheit der Armen schützt.“
 
Das führte zur Staatsform der
repräsentativen Demokratie. In deren
Rahmen liessen sich oligarchische
Strukturen zum Schutz der
Eigeninteressen einer
reichen Minderheit etablieren.
 
Wir Bürger haben diesen Schrott brav
gekauft und verteidigen ihn heute noch.

Ein Stück Lebensweg

Aufgestiegen.
Oben Krieg geführt.
 Schlachten verloren.
Zertrümmert abgestiegen.
Ganz unten angekommen.
 
Wer, was und wie hilft?
 
Plattitüde:  
Ganz unten, das ist Position „Null“.
Es kann nur aufwärts gehen!

Also verlasse die Höhle des Selbstmitleids
und mache Dich auf den Weg!

Ein Spass für Eisen-Fresser

Martin Heidegger, Philosoph

„Das Seiende, dessen Analyse zur Aufgabe steht,
sind wir je selbst. Das Sein dieses Seienden
ist je meines. Im Sein dieses Seienden
verhält sich dieses selbst zu seinem Sein.
Als Seiendes dieses Seins ist es seinem
Sein überantwortet. Das Sein ist es,
darum es diesem Seienden je selbst geht.“
„Zum existierenden Dasein gehört die Jemeinigkeit
als Bedingung der Möglichkeit
von Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit.
Dasein existiert je in einem dieser Modi,
bzw. in der modalen Indifferenz.“

Ohne die Anmerkung zur Jemeinigkeit
hätte ich nur die Hälfte verstanden.